NIS2-Pflicht: Unternehmen ab 50 Mitarbeitern müssen sich registrieren
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts einer sich verschärfenden Bedrohungslage im digitalen Raum gewinnt die gezielte Weiterbildung von IT-Fachkräften an Bedeutung. Im Rahmen der iX-Workshops werden im Herbst und Winter neue Termine angeboten, die sich intensiv mit aktuellen Angriffsszenarien und effektiven Verteidigungsstrategien befassen. Die zweitägigen Veranstaltungen finden am 05. und 06. Oktober sowie vom 16. bis 18. Dezember 2026 jeweils im Online-Format statt.
Unter der Leitung des Trainers Oliver Ripka liegt der Fokus der Schulungen auf der Vermittlung technischer Details zu Angriffstechniken sowie der Erarbeitung konkreter Abwehrmaßnahmen. Die Workshops sind auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt, um eine intensive Betreuung zu gewährleisten.
Für die Termine im Oktober und Dezember gewähren die Veranstalter einen Frühbucherrabatt von 10 Prozent bei einer Anmeldung bis zum 07. September beziehungsweise bis zum 18. November 2026.
Erweiterte Qualifizierungsmöglichkeiten in der Cybersicherheit
Parallel zu den iX-Angeboten adressieren weitere Bildungsträger den steigenden Bedarf an Spezialwissen. So bietet qSkills in Nürnberg den Workshop SC400 an, der sich speziell mit Hacking-Methoden und der Sicherheit von Systemen mit Künstlicher Intelligenz (KI) befasst.
Teilnehmer erproben dabei Praxisanwendungen an Hardware wie dem Raspberry Pi und nutzen Werkzeuge wie Kali-Linux. Die Termine für dieses Format erstrecken sich über einen Zeitraum von November 2026 bis Ende 2027.
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Auch die heise security Tour widmet sich im September 2026 schwerpunktmäßig dem Einsatz von KI in der Sicherheitstechnik. Jürgen Schmidt, Leiter von heise security, und weitere Referenten erörtern dabei Themen wie Lieferkettensicherheit, Identitätsmanagement und Monitoring.
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bietet zudem die Initiative KEDi spezialisierte Webinare zur Sicherheit in der Produktion (OT-Sicherheit) an, die insbesondere die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie berücksichtigen.
Regulatorische Anforderungen und kritische Infrastrukturen
Die Relevanz dieser Schulungsangebote wird durch die seit Ende 2025 geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen unterstrichen. Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz verpflichtet Einrichtungen ab 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von mehr als 10 Millionen Euro zur Einhaltung strenger Sicherheitsstandards.
Betroffene Unternehmen müssen sich innerhalb von drei Monaten im Portal des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrieren und unterliegen strikten Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen. Erstmeldungen müssen bereits innerhalb von 24 Stunden erfolgen.
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Zusätzlich trat im März 2026 das KRITIS-Dachgesetz in Kraft, das den Schutz kritischer Infrastrukturen weiter stärken soll. Experten wie Manuel Atug von der AG KRITIS weisen in diesem Zusammenhang auf eine hybride Gefährdungslage hin.
Jüngste Vorfälle, wie Angriffe auf ein Umspannwerk in Brandenburg mittels Flugkörpern sowie ein vorsätzlicher Kurzschluss in Bergheim bei Köln, der zur Abschaltung von fünf Kraftwerksblöcken führte, verdeutlichen die Verwundbarkeit der Energieversorgung.
Technologische Innovationen für Maschinensicherheit
Hersteller reagieren auf diese Bedrohungen mit zertifizierten Lösungen. Das Unternehmen Kuka erhielt als erster Robotikhersteller eine Zertifizierung nach dem Security Level 2 der Norm IEC 62443-4-2 für seine Robotersysteme. Auch Pilz hat neue Dienstleistungen zur Bewertung der Maschinensicherheit eingeführt, die die Umsetzung der EU-Maschinenverordnung und des Cyber Resilience Act unterstützen.
Im Bereich der Netzwerksicherheit entwickelt Adva Network Security in Berlin Verschlüsselungslösungen, die vom BSI zugelassen sind und bereits Post-Quanten-Kryptografie unterstützen. Diese Technologien sollen die langfristige digitale Souveränität von Behördennetzen sichern.
Ergänzend dazu hat VdS Schadenverhütung seinen Sicherungsleitfaden für den Perimeterschutz überarbeitet, um den physischen Schutz kritischer Anlagen in Sektoren wie Energie, Wasser und Telekommunikation zu verbessern. Die Vorstellung der neuen Richtlinien ist für eine fachtagung im November 2026 in Köln geplant.
