NIS2-Frist endet 31. Juli: 11.000 Firmen drohen bis zu 500.000 Euro
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wer die Frist verpasst, zahlt.
Schätzungen zufolge sind rund 11.000 betroffene Firmen ihrer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch nicht nachgekommen. Die NIS2-Richtlinie betrifft ein breites Spektrum: öffentliche Verwaltung, Energieversorger, Abfallwirtschaft, Lebensmittelbranche und digitale Plattformen.
Die finanziellen Folgen sind happig. In Deutschland drohen Bußgelder von bis zu 500.000 Euro. In Österreich können es bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sein. Zudem haftet die Geschäftsführung persönlich.
Entlastung bei Datenschutzbeauftragten geplant
Parallel dazu plant die Bundesregierung eine Reform des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Laut Koalitionsprogramm vom 2. Juli 2026 soll die Pflicht zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten für kleinere Unternehmen entfallen. Bisher müssen Betriebe ab 20 Beschäftigten eine entsprechende Fachkraft bestellen (§ 38 BDSG).
Doch Vorsicht: Die europäischen Vorgaben der DSGVO (Artikel 37) bleiben unberührt. Wer umfangreich besondere Datenkategorien verarbeitet oder Personen systematisch überwacht, muss weiterhin einen Datenschutzbeauftragten ernennen. Experten betonen: Die Verantwortung liegt immer beim Unternehmen. Bei Verstößen drohen weiterhin Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
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Neue Überwachungstechnik im Auto
Seit dem 1. Juli 2026 müssen Neufahrzeuge in der EU mit dem System „Advanced Driver Distraction Warning“ (ADDW) ausgestattet sein. Eine Infrarotkamera überwacht die Blickrichtung des Fahrers und warnt vor Ablenkung. Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz bewertete das System als datenschutzkonform: Die Daten werden lokal verarbeitet, sofort gelöscht und nicht an Dritte übermittelt.
Verkehrspsychologe Michael Praxenthaler vom AZT sieht einen potenziellen Sicherheitsgewinn, räumt aber ein: Ein statistischer Nachweis über die tatsächliche Reduktion von Unfallrisiken stehe noch aus. Die Integration kostet pro Fahrzeug etwa 100 bis 150 Euro.
Strengere Regeln für Datenbroker in Kalifornien
Ab dem 1. August 2026 müssen Datenbroker in Kalifornien Löschanträge von Nutzern über die zentrale Plattform DROP bearbeiten. Bei Verstößen sind Strafen von 200 Dollar pro Antrag und Tag vorgesehen. Aktuell befinden sich über 260.000 Löschanträge in der Warteschlange.
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Datenschutz in der Praxis
Die operative Umsetzung zeigt sich bei Organisationen wie Volt Deutschland. Sie nutzen detaillierte Datenschutzhinweise für Newsletter- und Spendendienste (PayPal, Stripe). Dienstleister wie Brevo verwalten Mitglieder und versenden Informationen.
Ähnliche Strukturen finden sich bei PICTOMEDIA: Datenübermittlungen in Drittstaaten wie die USA erfolgen nur unter geeigneten Garantien. Der ASB Sachsen bietet im zweiten Halbjahr 2026 fortlaufend Datenschutzschulungen an – unter anderem im September, Oktober und Dezember. Ziel: Pflegekräfte für den rechtssicheren Umgang mit sensiblen Informationen qualifizieren.
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