NIS-2, Act

NIS-2 und AI Act: 30.000 Betriebe müssen bis August nachrüsten

17.06.2026 - 08:16:35 | boerse-global.de

Ab Mitte 2026 gelten verschärfte IT-Sicherheits- und KI-Regeln für Unternehmen. Spezielle Schulungen bereiten auf die neuen EU-Vorgaben vor.

NIS-2 und EU AI Act: Neue Pflichten für tausende Betriebe ab 2026
NIS-2 - Eine Gruppe von Fachleuten bespricht digitale Sicherheitsstrategien in einem modernen Konferenzraum mit Bildschirmen voller Datenvisualisierungen. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die NIS-2-Richtlinie und der EU AI Act treiben den Qualifizierungsbedarf für Führungskräfte und Sicherheitsbeauftragte massiv in die Höhe. Seit Mitte Juni 2026 gibt es deshalb spezialisierte Weiterbildungsformate, die Unternehmen auf die neuen Pflichten vorbereiten.

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NIS-2 betrifft 30.000 Betriebe

Besonders der Mittelstand steht vor einer Mammutaufgabe. Rund 30.000 Unternehmen sind seit Dezember 2025 zur Einführung von IT-Risikomanagement, IT-Grundschutz und spezifischen Meldeprozessen verpflichtet. Laut Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist der Informationsbedarf weiterhin hoch.

Mehrere Veranstaltungen am 18. Juni 2026 greifen das Thema auf. Ein Webinar der KEDi richtet sich an Energieverantwortliche und Geschäftsführende und vermittelt Cybersicherheits-Strategien für KMU. Parallel dazu beleuchtet ein Vortrag in Gütersloh die Schnittstellen zwischen NIS-2, der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der Sicherheit von Künstlicher Intelligenz.

Für den 29. Juli 2026 ist eine Informationsveranstaltung in Weiherhammer geplant. Dort geht es um die Überführung der EU-Richtlinie in deutsches Recht – etwa durch das BSI-Gesetz – sowie um die persönliche Haftung der Geschäftsleitung. Anmeldeschluss ist der 23. Juli 2026.

EU AI Act: Bußgelder bis zu 35 Millionen Euro

Neben der klassischen IT-Sicherheit rückt die KI-Compliance in den Fokus. Bis zum 2. August 2026 müssen Unternehmen die Governance-Auflagen des EU AI Acts für Hochrisiko-Systeme erfüllen. Fachleute empfehlen dringend Inventuren und Risikoanalysen. Die Strafen bei Verstößen sind drastisch: bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

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Parallel dazu gewinnt die Zertifizierung nach internationalen Standards an Bedeutung. Am 17. und 18. Juni 2026 startet eine Reihe von Online-Workshops zur ISO 27001 Foundation. Sie vermittelt Basiswissen für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Weitere Termine folgen Ende Juni sowie im Juli und September 2026. Ein iX-Workshop Anfang Juli und im Oktober 2026 bietet tiefergehende Einblicke in die Kombination von ISO-Standards mit den NIS-2-Anforderungen.

Hackerangriff: 120.000 Datensätze betroffen

Die Dringlichkeit der Schulungen zeigt ein aktueller Fall aus München. Bei der LHM Services GmbH wird ein möglicher Datenschutzvorfall untersucht. Ein ehemaliger Mitarbeiter soll bereits 2024 Daten von rund 120.000 Schülern und Lehrkräften heruntergeladen haben. Das Unternehmen bestreitet, dass die Daten im Darknet verfügbar sind. Politische Vertreter fordern eine lückenlose Aufklärung.

Die Kfz-Branche reagiert mit einem spezifischen Webinar am 30. Juni 2026. Es zeigt, wie Betriebe in den ersten 24 Stunden nach einem Hackerangriff richtig handeln. Denn nach einem Angriff entscheidet jede Minute über das Ausmaß des Schadens.

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