NIS-2-Umsetzung, Mitarbeitern

NIS-2-Umsetzung: Unternehmen ab 50 Mitarbeitern müssen sich beim BSI registrieren

05.06.2026 - 14:48:56 | boerse-global.de

EU-Vorgaben wie NIS-2 und der Cyber Resilience Act fordern lückenlose Nachweise. Vietnam startet digitales Tracking für Agrar-Exporte.

Lieferketten-Transparenz: Neue EU-Regeln und digitale Systeme im Fokus
NIS-2-Umsetzung - Digitale Netzwerkkonnektivität mit leuchtenden Linien und sicheren Server-Racks, die Cybersicherheit symbolisieren. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während neue digitale Systeme in Asien den Marktzugang sichern sollen, sorgen EU-Regularien und Handelskonflikte für komplexe Rahmenbedingungen.

Integrierte Prüfsysteme als neue Pflichtaufgabe

Die Verifizierung von Risikomanagement-Maßnahmen wird für europäische Firmen zur zentralen Herausforderung. Beim kommenden Sustainability osapiens Summit in Mannheim steht das Zusammenspiel verschiedener EU-Vorgaben im Fokus. Experten von TÜV SÜD weisen darauf hin: Der Cyber Resilience Act, die NIS-2-Richtlinie und die Maschinenverordnung stellen neue Anforderungen an die Nachweisbarkeit.

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„Viele Betriebe stoßen derzeit an Grenzen, wenn die Wirksamkeit von Maßnahmen über die direkten Zulieferer hinaus belegt werden muss“, sagt Juliane Sommer von TÜV SÜD. Dr. Max Rehberger ergänzt: „Eine externe Verifizierung wird künftig ein wesentlicher Baustein für die Integrität dieser Systeme sein.“ Die Herausforderung: Komplexe Datenströme müssen so aufbereitet werden, dass sie behördlichen Prüfungen standhalten.

Digitale Rückverfolgbarkeit für Agrarprodukte

Exportnationen setzen verstärkt auf digitale Lösungen, um den Anforderungen internationaler Handelspartner gerecht zu werden. Vietnam bereitet den Start eines landesweiten Rückverfolgbarkeitssystems für Agrarprodukte vor. Ab Anfang Juli soll es den Betrieb aufnehmen. In einem Pilotprojekt wurden bereits Durian-Exporte nach China erfolgreich mit elektronischen Etiketten versehen. Schrittweise soll das System rund 18.000 Produkte aus über 100 Produktgruppen erfassen – vom Erzeuger bis zum Grenzübertritt.

Auch in der europäischen Lebensmittelindustrie gewinnt Transparenz an Bedeutung. Der Schweizer Molkereikonzern Emmi führt eine vollständig recyclingfähige Verpackung für seine Kaffeekaltgetränke ein. Sie kommt ohne Aluminium-Platine aus. Nach dem Verkaufsstart in der Schweiz im Mai ist die Ausweitung auf den europäischen Markt für Juni geplant.

Handelskonflikte und neue Regularien belasten die Wirtschaft

Die politische Ebene ist zeitgleich von Debatten um neue Handelsbarrieren geprägt. Die EU-Kommission hat Vorschläge aus den USA abgelehnt, neue Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe einzuführen. Die US-Initiative zielt offiziell auf die Bekämpfung von Zwangsarbeit ab. Die EU stuft sie jedoch als ungerechtfertigt ein. Bernd Lange vom Handelsausschuss des Europaparlaments bezeichnete die zugrundeliegenden Vorwürfe als unbegründet. Eine öffentliche Konsultation läuft noch bis Anfang Juli.

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Parallel schreitet die nationale Umsetzung der NIS-2-Richtlinie in Deutschland voran. Das Umsetzungsgesetz wurde Ende 2025 verabschiedet. Es verpflichtet Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden oder einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro in regulierten Sektoren zu weitreichenden Maßnahmen. Dazu gehören die Registrierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Aufbau von Risikomanagement- und Meldesystemen.

Kreislaufwirtschaft und Rohstoffkrise

Für Herbst 2026 wird der Entwurf für den europäischen „Circular Economy Act“ erwartet. Ziel: Die Kreislaufquote in Europa bis Ende des Jahrzehnts von derzeit 12 Prozent auf 24 Prozent verdoppeln. Laut DIHK-Umfragen hat bereits mehr als die Hälfte der Betriebe erste Maßnahmen umgesetzt. Sie fordern jedoch praxistaugliche Regeln, um die Bürokratie zu begrenzen.

Während die Regulatorik zunimmt, kämpfen einige Branchen mit akuten Rohstoffengpässen. Infolge von Konflikten im Nahen Osten und Angriffen auf Förderanlagen in Katar fehlen weltweit rund 40 Prozent der Helium-Förderkapazitäten. Die Deutsche Rohstoffagentur und das Institut für Weltwirtschaft beobachten eine Verdopplung der Preise für Kurzlieferungen seit dem Frühjahr. Helium ist für die Pharmaindustrie und den Betrieb von MRT-Geräten kritisch. Die Lage wird teilweise als ernster eingestuft als die Volatilität am Ölmarkt.

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