NIS-2-Richtlinie: 30.000 Unternehmen müssen Sicherheitsvorfälle melden
18.06.2026 - 16:29:12 | boerse-global.de
Das Landesarbeitsgericht München stärkt die Rechte von Arbeitnehmern bei internen Untersuchungen – doch die endgültige Klärung steht noch aus. Parallel dazu verschärfen neue Regulierungen die Pflichten für Unternehmen massiv.
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Einsicht in Untersuchungsberichte: Das Urteil
Arbeitnehmer haben nach Abschluss einer internen Untersuchung ein begrenztes Einsichtsrecht. Das LAG München entschied am 12. Juni 2025: Kein Anspruch auf eine vollständige Kopie des Abschlussberichts nach DSGVO, aber ein Recht auf Einsicht in die persönlich betreffenden Daten.
Die Berichte landen meist in der Personalakte. Unternehmen dürfen bestimmte Informationen schwärzen – besonders zum Schutz von Hinweisgebern. Eine komplette Verweigerung mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse? Das sehen die Richter als nicht gerechtfertigt an.
Das Bundesarbeitsgericht muss nun endgültig klären, wie weit diese Einsichtsansprüche reichen. Der Fall ist dort anhängig.
NIS-2: Neue Meldepflichten ab Dezember 2025
Seit Dezember 2025 gilt die NIS-2-Richtlinie in deutschem Recht. Betroffen sind rund 30.000 Einrichtungen in 18 Sektoren – Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder 10 Millionen Euro Jahresumsatz.
Die Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen sind dreistufig:
- 24 Stunden: Erste Frühwarnung
- 72 Stunden: Vollständige Meldung
- 1 Monat: Abschließender Bericht
Die Frist beginnt mit Kenntnisnahme durch das Management. Unternehmen mussten sich bis zum 6. März 2026 im BSI-Portal registrieren.
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Haftung: Wenn die Compliance versagt
Die Bußgelder sind happig. Bei wesentlichen Einrichtungen drohen bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bei wichtigen Einrichtungen sind es 7 Millionen Euro oder 1,4 Prozent.
Doch es geht nicht nur ums Geld. Die persönliche Haftung der Geschäftsführung rückt in den Fokus. Das Management muss die Sicherheitsmaßnahmen aktiv überwachen.
Die Überschneidungen mit DSGVO-Meldepflichten machen eine abgestimmte Incident-Response-Strategie nötig. Experten raten zu automatisierten Systemen für Erkennung und Meldung – die Dokumentationsanforderungen sind sonst kaum zu stemmen.
