NIS-2-Registrierung: KRITIS-Betriebe müssen bis 31. Juli handeln
30.06.2026 - 15:23:20 | boerse-global.de
Die digitale Dokumentation wird Pflicht, Fristen laufen ab.
Rechtliche Grundlagen: Was das Arbeitsschutzgesetz vorschreibt
Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sind Arbeitgeber zur regelmäßigen Unterweisung ihrer Beschäftigten verpflichtet. Die Pflicht greift bei Einstellung, Aufgabenwechsel, neuen Arbeitsmitteln oder nach Unfällen. Mindestens einmal jährlich müssen die Schulungen wiederholt werden.
Die Dokumentation ist entscheidend für den Compliance-Nachweis. Sie muss Thema, Zielgruppe, Datum, verantwortliche Person und Teilnehmerstatus enthalten. Auch der Termin für die nächste Wiederholung gehört dazu. Digitale Dokumentation ist inzwischen rechtlich zulässig und hilft, Fristen im Blick zu behalten.
Gefährdungsbeurteilung: Das STOPV-Prinzip als Leitfaden
Jede wirksame Unterweisung basiert auf einer Gefährdungsbeurteilung. Das STOPV-Prinzip strukturiert Schutzmaßnahmen in einer festgelegten Rangfolge: Zuerst prüfen Unternehmen die Substitution von Gefahrenquellen, dann technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen. Verhaltensbezogene Maßnahmen bilden den Abschluss.
Spezialisierte Softwarelösungen unterstützen bei der Erstellung digitaler Gefährdungsbeurteilungen. Im Juni 2026 wurden neue Anwendungen vorgestellt, die eine systematischere Risikoerfassung ermöglichen.
Eine lückenlose Dokumentation ist das A und O für die Rechtssicherheit Ihres Unternehmens. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen eine sofort einsetzbare Word-Vorlage, mit der Sie Ihre Unterweisungspflichten gegenüber Behörden und Versicherungen rechtssicher nachweisen. Unterweisungsnachweis-Vorlage jetzt kostenlos herunterladen
Branchenspezifische Herausforderungen: Von Behörden bis Handwerk
In Behörden empfehlen Experten die Rolle eines Gewaltschutzkoordinators. Er implementiert Schutzkonzepte und Gewaltprävention nach der DGUV Information 207-025. Im produzierenden Gewerbe und Handwerk steht die Auswahl der richtigen Schutzausrüstung im Fokus. Arbeitshandschuhe müssen nach Gefährdungsbeurteilung und spezifischen Normen für mechanische, chemische oder thermische Risiken ausgewählt werden.
Kleinere Betriebe unterstützen Berufsgenossenschaften mit gezielten Seminaren. Am 1. Juli 2026 findet in Saarbrücken ein Grundlagenseminar für Unternehmer mit bis zu 50 Beschäftigten statt. Weitere Termine folgen im September und Dezember. International startete am 30. Juni 2026 in Hanoi ein Online-Wettbewerb zur Arbeitssicherheit.
Wichtige Fristen im Sommer 2026
Mehrere Termine betreffen die betriebliche Sicherheit direkt:
- Deutscher Arbeitsschutzpreis 2027: Bewerbungen sind bis zum 15. Juli 2026 möglich. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert und prämiert innovative Konzepte.
- NIS-2-Registrierung: Betroffene KRITIS-Einrichtungen müssen sich bis zum 31. Juli 2026 beim BSI registrieren. Ende Mai waren rund 18.500 Einrichtungen registriert.
- Brandschutz: Wegen der Hitzewelle raten Experten zur Überprüfung des Brandschutzes in Serverräumen. Besonders Brandfrüherkennung und die Norm EN 1047-2 sind relevant.
Um den gesetzlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz gerecht zu werden, ist eine fundierte Gefährdungsbeurteilung unverzichtbar. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie behördenkonforme GBUs effizient erstellen und dabei die sieben häufigsten juristischen Irrtümer vermeiden. Kostenlose Vorlagen und Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung sichern
Seit Anfang 2026 gelten zudem neue Regelungen für das Gastgewerbe: Der Mindestlohn beträgt 13,90 Euro pro Stunde. Auch beim Probearbeiten mit wirtschaftlichem Wert für den Betrieb greift der Unfallversicherungsschutz.
