NIS-2-Frist: Nur jedes zweite Unternehmen registriert bis Juli
21.06.2026 - 22:38:15 | boerse-global.de
Neue Gesetze wie die NIS-2-Richtlinie und verschärfte Verbraucherschutzregeln zwingen Firmen zum Handeln – doch das nötige Personal fehlt.
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NIS-2: Nur jede zweite Firma hat registriert
Bis zum 31. Juli 2026 müssen rund 30.000 Unternehmen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert sein. Bislang sind es erst 18.500. Betroffen sind Firmen ab 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro.
Ab dem 11. September drohen empfindliche Strafen: Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Zusätzlich haftet die Geschäftsleitung persönlich.
Neues Widerrufsrecht für Online-Händler
Seit dem 19. Juni 2026 gilt der neue Paragraph 356a BGB. Online-Händler müssen einen zweistufigen elektronischen Widerrufsprozess anbieten. Ein deutlich sichtbarer Button mit der Aufschrift „Vertrag widerrufen“ ist Pflicht. Das erfordert technische und rechtliche Anpassungen in zahlreichen E-Commerce-Unternehmen.
„Stuttgarter Impulse“: Weniger Bürokratie beim Datenschutz
Die Datenschutzkonferenz (DSK) verabschiedete am 18. Juni 2026 die „Stuttgarter Impulse zur Modernisierung des Datenschutzes“. Die Initiative zielt auf eine einheitlichere Aufsicht und weniger Bürokratie für Forschung und Wirtschaft ab. Die Landesdatenschutzbehörden unterstützen damit eine Bundesratsinitiative aus Hamburg.
90 Prozent der Firmen finden kein Sicherheitspersonal
Der Fachkräftemangel ist dramatisch. Laut einer PwC-Studie haben 90 Prozent der Organisationen Schwierigkeiten, Cybersecurity-Experten zu finden. Der Bitkom zählt über 109.000 unbesetzte IT-Stellen. Besonders gefragt: Cyber Security Analysten, IT-Security Consultants und Security Engineers.
Die aktuellen Stellenausschreibungen zeigen die Dringlichkeit:
- Die BDBOS sucht eine Compliance-Referentin in Berlin (Bewerbungsfrist: 30. Juni 2026)
- Apple listete am 20. Juni 2026 allein in Deutschland 90 offene Stellen
- Die Signal Iduna Gruppe sucht einen Informationssicherheitsmanager in Hamburg
- Die Splone UG (Assecor GmbH) sucht einen externen Datenschutzbeauftragten
Allein in Hessen waren am 20. Juni 2026 18 spezifische Datenschutz-Stellen vakant. Und im Finanzsektor suchen Genossenschaftsbanken wie die VR Bank in Holstein Mitarbeiter für die WpHG-Compliance.
Während der Fachkräftemangel die Suche nach Experten erschwert, wächst das Risiko empfindlicher Bußgelder durch Dokumentationslücken. Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage und Anleitung erstellen Sie Ihr gesetzlich gefordertes Verarbeitungsverzeichnis zeitsparend und rechtssicher. Kostenlose Muster-Vorlage für das Verarbeitungsverzeichnis sichern
Vorsicht vor gefälschten DSGVO-Rechnungen
Die steigenden Anforderungen locken auch Betrüger an. Unternehmen und Vereine erhalten derzeit gefälschte Rechnungen über eine angebliche „Jahrespauschale für die DSGVO-Absicherung“ in Höhe von 46,41 Euro. Die Schreiben stammen angeblich von einer „Datenschutzdienst Deutschland UG“. Die Firma existiert zwar im Handelsregister, die angegebenen Adressen und Umsatzsteuer-Identifikationsnummern sind jedoch falsch.
Betroffene sollten die Zahlung verweigern und Anzeige erstatten.
