NIS-2-Frist: 29.500 Firmen müssen sich bis 31. Juli registrieren
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 04:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Von den betroffenen Firmen in Deutschland sind erst 18.500 der Meldepflicht nachgekommen. Das zeigen Daten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Wer die Frist versäumt, riskiert Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Umsatzes.
KI-Transparenzpflichten kommen im August
Parallel zur NIS-2-Richtlinie tritt am 2. August die erste Stufe des EU AI Acts in Kraft. Die Transparenzpflichten betreffen nicht nur Entwickler, sondern auch Nutzer von Standardsoftware mit integrierten KI-Funktionen. Für Hochrisiko-Systeme gelten verlängerte Fristen bis Ende 2027 oder Sommer 2028.
Die Strafen bei Verstößen sind deutlich höher: Bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des Jahresumsatzes drohen.
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Cyberangriffe treffen 87 Prozent der Unternehmen
Die Bedrohungslage verschärft den Handlungsdruck. Laut Branchenverbänden waren im vergangenen Jahr 87 Prozent der deutschen Firmen von Cyberangriffen betroffen. Der Gesamtschaden: über 289 Milliarden Euro.
Viele Mittelständler überschätzen dabei ihre Sicherheitsvorkehrungen. Studien zeigen: Notfallpläne bleiben oft ungetestet, Sicherheitsbudgets sind knapp bemessen.
Neue Allianzen für mehr Sicherheit
IT-Dienstleister und Kanzleien reagieren auf den wachsenden Beratungsbedarf. CGI und die Kanzlei HEUKING gaben Mitte Juli eine strategische Partnerschaft bekannt. Ziel ist es, Rechtsberatung und technische Lösungen für NIS-2 und Datenschutz zu bündeln.
Gleichzeitig suchen europäische Unternehmen nach Alternativen zu US-Cloud-Diensten. Der Schweizer Anbieter Infomaniak wirbt mit einer Infrastruktur unabhängig von amerikanischen Zugriffen. Das Unternehmen setzt zudem auf Abwärme aus Rechenzentren für lokale Haushalte.
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Bürokratiekosten von 146 Milliarden Euro
Die Wirtschaft kritisiert die Umsetzung der Vorgaben scharf. Die Bundesregierung hat ein Entlastungspaket von 944 Millionen Euro beschlossen – unter anderem durch Digitalisierung im Gesundheitswesen und Aufhebung von LKW-Fahrverboten an Feiertagen.
Der DIHK hält das für unzureichend. Das Ifo-Institut beziffert die jährlichen Bürokratiekosten auf rund 146 Milliarden Euro. Außenhandelsvertreter fordern weniger Berichtspflichten und schnellere Genehmigungsverfahren.
Maschinenbau unter Druck aus China
Besonders der Maschinenbau spürt den internationalen Wettbewerb. Chinesische Exporte erreichten 2024 ein Volumen von 735 Milliarden Euro – und übertrafen damit erstmals die deutschen Werte. Chinesische Anbieter sind oft deutlich günstiger.
Experten sehen einen Ausweg: Strikte Einhaltung europäischer Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit könnten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
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