Nike, Sparprogramm

Nike verschärft Sparprogramm und kündigt Stellenabbau an

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 23:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nike will in den kommenden Jahren 2,5 Milliarden Dollar einsparen und dafür auch Stellen abbauen. Der Sportartikelkonzern rechnet zugleich mit einem weiteren deutlichen Umsatzrückgang.

Nike arbeitet sich aus einer weitgehend hausgemachten Krise. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
Nike arbeitet sich aus einer weitgehend hausgemachten Krise. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Nike verschärft angesichts einer anhaltenden Krise seinen Sparkurs und will über die kommenden Jahre 2,5 Milliarden Dollar einsparen.

Umsatz und Gewinn gehen zurück

Das kündigte der Sportartikelkonzern bei der Vorlage seiner Quartalszahlen an. Zu den Maßnahmen werde auch Stellenabbau gehören, sagte Nike-Chef Elliott Hill in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Im vergangenen Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar zurück.

Vorsichtige Prognose für das Geschäftsjahr

Die Verbraucher seien zurückhaltend bei ihren Ausgaben, sagte Hill. Für das noch bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr stellte Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel zeitweise um rund vier Prozent.

Probleme mit dem Vertriebsmodell

Nike sucht seit mehr als einem Jahr den Weg aus einem Tief, in das sich der Konzern teilweise selbst manövriert hatte. In den vergangenen Jahren setzte das Unternehmen zulasten des Einzelhandels stark auf den Direktvertrieb.

Vor allem in den USA konnten konkurrierende Marken Nike dadurch Regalplatz in Geschäften abnehmen. Die Verkäufe litten darunter. Nike bemüht sich deshalb um ein besseres Verhältnis zu seinen Handelspartnern.

Fokus auf Sportler

Konzernchef Hill verordnete dem Adidas-Konkurrenten außerdem einen stärkeren Fokus auf Sportler. Der Lifestyle-Anteil am Sortiment war in den vergangenen Jahren gestiegen.

Umbau statt kurzfristiger Korrektur

Nike verbindet die angekündigten Einsparungen mit einem strategischen Kurswechsel. Der Konzern will die Abhängigkeit vom Direktvertrieb verringern und wieder enger mit stationären Handelspartnern zusammenarbeiten. Das ist relevant, weil Sportartikelhersteller ihre Reichweite und Sichtbarkeit nicht nur über eigene Onlineshops, sondern auch über große Handelsketten sichern.

Der Umsatzrückgang zeigt zugleich, dass die Probleme nicht allein auf Kosten zurückgehen. Nike muss Nachfrage zurückgewinnen, Überbestände abbauen und Produkte wieder stärker über sportliche Leistungen statt über den Lifestyle-Markt positionieren. Rabatte können den Absatz kurzfristig stützen, belasten aber Margen und Markenwert.

Folgen für Beschäftigte und Anleger

Der angekündigte Stellenabbau macht deutlich, dass der Konzern die Sanierung über mehrere Jahre anlegt. Für Beschäftigte bedeutet das zusätzlichen Druck; für Anleger steigt die Bedeutung der Frage, ob Einsparungen tatsächlich in wachstumswirksame Investitionen und eine bessere Produktplanung fließen.

Die schwache Börsenreaktion und der vorsichtige Ausblick spiegeln die hohen Erwartungen an Konzernchef Elliott Hill wider. Für Verbraucher dürfte der Umbau vor allem über Sortiment, Rabatte und die Verfügbarkeit von Nike-Produkten im Handel sichtbar werden.

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