Rhein, Niedrigwasser

Niedrigwasser im Rhein: IHK warnt vor immensen Schäden für die Wirtschaft

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Niedrigwasser im Rhein belastet die Binnenschifffahrt und könnte nach Einschätzung der IHK in Rheinland-Pfalz erneut hohe volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Besonders betroffen ist der Engpass am Mittelrhein zwischen St. Goar und Mainz.

Der «Pegel Kaub» gilt für die Schifffahrt als kritischer Punkt bei der Frage nach einer durchgehenden Passierbarkeit des Flusses. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
Der «Pegel Kaub» gilt für die Schifffahrt als kritischer Punkt bei der Frage nach einer durchgehenden Passierbarkeit des Flusses. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa

Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein belastet die Wirtschaft und könnte in diesem Jahr einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen.

Engpass am Mittelrhein

Nach Angaben der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz ist die Lage besonders kritisch, wenn der Pegel in Kaub unter 40 Zentimeter fällt. Dann sei eine wirtschaftlich sinnvolle Binnenschifffahrt nicht mehr möglich.

Der Abschnitt zwischen St. Goar und Mainz gilt als zentraler Engpass auf der wichtigen Wasserstraße. Auch an anderen Messstellen wurden zuletzt sehr niedrige Stände erreicht.

Frachtschifffahrt kommt unter Druck

Die IHK berichtet, dass Güterschiffe teils gar nicht mehr oder nur leer fahren können. Das erhöhe die Kosten und erschwere die Planung für Unternehmen, die auf den Rhein als Transportweg angewiesen sind.

Im Sommer war der Pegel in Kaub bereits einstellig gewesen. Zuletzt lag er zwar wieder etwas höher, blieb aber deutlich unter früheren Tiefstständen.

Folgen für Preise und Planung

Für dieses Jahr nennt die IHK noch keine exakte Schadenssumme. Aus dem Niedrigwasserjahr 2018 wird jedoch ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 2,4 Milliarden Euro als Maßstab herangezogen.

Die IHK verweist zugleich auf Fortschritte seitdem, etwa auf Niedrigwasserschiffe und bessere Wasserstandsprognosen. Dennoch fordert sie mehr Investitionen des Bundes in die Wasserstraßen und hält eine Vertiefung des Rheins für sinnvoll.

Auch Verbraucher könnten die Folgen noch länger spüren, etwa bei Kraftstoffpreisen. Nach Einschätzung der IHK könne es bis Oktober dauern, bis sich die Lage an der Zapfsäule wieder normalisiere.

Warum das Niedrigwasser die Wirtschaft trifft

Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein verschärft die Lage für die Binnenschifffahrt und damit für Industrien, die auf große Transportmengen angewiesen sind. Der Engpass am Mittelrhein ist besonders relevant, weil dort ein großer Teil des Güterverkehrs gebündelt wird und schon geringe Wasserstände die Ladekapazitäten der Schiffe deutlich begrenzen.

Die Warnung der IHK zielt damit nicht nur auf einzelne Reedereien, sondern auf die gesamte Lieferkette. Wenn Schiffe weniger laden können oder Fahrten ausfallen, steigen die Transportkosten, Umläufe werden unzuverlässiger und Unternehmen müssen stärker auf Bahn und Straße ausweichen. Das kann in einzelnen Branchen unmittelbare Folgen für Preise, Lagerhaltung und Versorgung haben.

Lehren aus früheren Niedrigwasserjahren

Der Verweis auf 2018 zeigt, dass extreme Niedrigwasserlagen kein Ausnahmeproblem mehr sind. Damals entstanden erhebliche volkswirtschaftliche Schäden, weil Rohstoffe, Vorprodukte und Mineralölprodukte nur eingeschränkt transportiert werden konnten. Solche Erfahrungen haben zwar zu besseren Prognosen, angepasster Logistik und spezialisierten Schiffen geführt, beseitigen die strukturelle Abhängigkeit vom Wasserstand aber nicht.

Für Leser ist vor allem wichtig: Solange die wichtigsten Wasserstraßen wie der Rhein so stark vom Pegel abhängen, bleibt die Wirtschaft anfällig für Wetterextreme. Die Debatte über Vertiefungen, Investitionen in Infrastruktur und robustere Transportketten dürfte deshalb weiter an Gewicht gewinnen, gerade mit Blick auf häufigere Niedrigwasserphasen im Zuge des Klimawandels.

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