Deutschland, Europa

Unternehmen verlagern Zehntausende Jobs ins Ausland

19.11.2025 - 09:46:43

Niedrigere Kosten, Fachkräftemangel, attraktive Märkte: Deutsche Firmen haben viele Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Allerdings entstanden auch zahlreiche Jobs im Inland.

Deutsche Unternehmen haben binnen zwei Jahren Zehntausende Jobs ins Ausland verlagert. Zwischen 2021 und 2023 zogen 1.300 Firmen ab einer Größe von 50 Beschäftigten Unternehmensfunktionen ganz oder teilweise ab, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren das 2,2 Prozent aller 2023 in Deutschland ansässigen Firmen dieser Größe. Infolgedessen wurden 71.100 Stellen in Deutschland abgebaut.

Zugleich wurden in diesem Zusammenhang aber auch 20.300 Jobs neu geschaffen, «etwa infolge von Umschichtungen in andere Unternehmensfunktionen oder Neueinstellungen infolge von erzielten Kosteneinsparungen», so die Statistiker. Letztlich gingen damit netto rund 50.800 Stellen in Deutschland verloren. Besonders betroffen war die Produktion von Waren. 

Niedrige Lohnkosten und Fachkräftemangel als Motiv

Die meisten Unter­nehmen, die Jobs verlagerten, wählten Zielorte in der EU, dorthin schichteten 900 Firmen Arbeitsplätze um. In Staaten außerhalb der Europäischen Union verlagerten 700 der befragten Firmen.

Als Motive nannten knapp drei Viertel (74 Prozent) die Senkung von Lohnkosten, vor strategischen Entscheidungen (62 Prozent). Andere Kostenvorteile wurden von 59 Prozent der Unternehmen aufgeführt, es folgen der Fachkräftemangel im Inland (38 Prozent). Als Hindernisse bei der Verlagerung nannten Firmen hauptsächlich rechtliche oder administrative Hürden und steuerliche Probleme sowie Bedenken, dass die Kosten der Verlagerung den Nutzen übersteigen.

Insgesamt waren 59 Prozent der Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten 2023 in globale Wertschöpfungsketten eingebunden, indem sie Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland bezogen oder dorthin lieferten. Die Zahlen stammen aus der neuen Statistik zu globalen Wertschöpfungsketten, für die nun erstmals Ergebnisse vorliegen.

@ dpa.de

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