Niedersachsen-Wahl: Stichwahlen am 27. September in vier Großstädten
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den Kommunalwahlen in Niedersachsen steht fest, dass in den vier größten Städten des Landes Stichwahlen über die künftige Verwaltungsspitze entscheiden müssen. In Hannover, Braunschweig, Osnabrück und Oldenburg konnte im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Die entscheidenden Wahlgänge sind für den 27. September 2026 angesetzt.
Klare Tendenzen in Hannover und Braunschweig
In der Landeshauptstadt Hannover erzielte der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) laut dem vorläufigen Endergebnis 45,6 Prozent der Stimmen. Er wird in der Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Axel von der Ohe antreten, der 21,5 Prozent der Wählerstimmen erhielt.
Der Drittplatzierte Peter Karst, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover und Kandidat der CDU, gestand seine Niederlage ein, nachdem er nach Auszählung des Großteils der Wahlbezirke bei 13,9 Prozent lag.
Parallel dazu wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen die Handwerkskammer Hannover wegen möglicher Verstöße gegen Sozialversicherungspflichten bei Honorardozenten ermittelt, wobei die Unschuldsvermutung gilt.
Auch in Braunschweig verpasste der seit 2021 amtierende Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) mit 43,3 Prozent die absolute Mehrheit. Er tritt in zwei Wochen gegen Maximilian Pohler (CDU) an, der 17,2 Prozent der Stimmen erreichte. Der AfD-Kandidat Hanker kam in Braunschweig auf rund 14 Prozent.
Personalentscheidungen in Osnabrück, Oldenburg und Göttingen
In Hannover, Braunschweig, Osnabrück und Oldenburg entscheidet erst der zweite Wahlgang über die künftige Verwaltungsspitze — kein Kandidat erreichte im ersten Durchgang die absolute Mehrheit. Wer die Ausgangslage und die Kandidatenkonstellationen einordnen will, findet im kostenlosen Report eine sachliche Übersicht. Kostenlosen Wahl-Report anfordern
In Osnabrück deutet sich nach Auszählung von 90 Prozent der Wahlbezirke eine Stichwahl zwischen Katharina Pötter (CDU), die bei etwa 42 Prozent liegt, und Volker Bajus (Grüne) mit 22 Prozent an. Der SPD-Bewerber Alferink kam hier auf 17 Prozent. In Oldenburg zeichnet sich ein enges Rennen zwischen Prange (SPD) mit 33,2 Prozent und Rohr (Grüne) mit 30,5 Prozent ab.
Eine Zäsur gab es in Göttingen: Dort verpasste der SPD-Kandidat Florian Dinger mit 21,6 Prozent den Einzug in die Stichwahl. In der Universitätsstadt, in der die SPD die drei vorangegangenen Oberbürgermeister stellte, treten am 27. September Onyeka Oshionwu (Grüne) mit 41,44 Prozent und Ehsan Kangarani (CDU) mit 27,86 Prozent gegeneinander an. In der Region Hannover kommt es ebenfalls zu einer Stichwahl zwischen Bender (SPD) mit 30 Prozent und Junk (CDU) mit 22 Prozent.
In Wolfsburg hingegen konnte Dennis Weilmann (CDU) mit 50,1 Prozent der Stimmen sein Amt bereits im ersten Wahlgang verteidigen. In Salzgitter muss der amtierende Oberbürgermeister Klingebiel (CDU), der 45,61 Prozent erreichte, gegen den AfD-Kandidaten Mair (25,67 Prozent) in die Stichwahl.
Landesweite Verschiebungen der Parteienlandschaft
Auf Landesebene ergab die NDR-Hochrechnung von 22:02 Uhr ein gemischtes Bild für die etablierten Parteien. Die CDU bleibt mit 27,7 Prozent stärkste Kraft, verzeichnete jedoch ein Minus von 4 Prozentpunkten gegenüber 2021. Die SPD kommt auf 24,5 Prozent, was einem Rückgang von 5,5 Prozentpunkten entspricht. Die Grünen erreichten 13,6 Prozent (-2,3 Prozentpunkte) und die FDP 3,6 Prozent (-2,9 Prozentpunkte).
Die CDU bleibt mit 27,7 Prozent stärkste Kraft, verliert aber vier Punkte, die SPD 5,5 Punkte — die AfD legt um 11,9 Punkte auf 16,5 Prozent zu. Wer verstehen will, was diese Verschiebung für die kommunalen Mehrheiten bedeutet, findet im kostenlosen Report die Analyse nach Städten und Regionen. Analyse der Parteiverschiebungen jetzt sichern
Deutliche Gewinne verzeichnete die AfD, die ihr Ergebnis um 11,9 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent steigern konnte. Die Linke legte um 3,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent zu. Die Wahlbeteiligung lag um 16:30 Uhr bei 50,67 Prozent und damit unter dem Wert von 2021, als sie 57,0 Prozent betragen hatte.
Insgesamt waren rund 6,3 Millionen Bürger wahlberechtigt, darunter etwa 243.000 Erstwähler. Das vollständige Landesergebnis wird erst im Laufe des Montags erwartet. In den über 2100 kommunalen Vertretungen wurden insgesamt mehr als 29.000 Sitze neu vergeben.
