Niederlande, Dienstwagensteuer

Niederlande: Dienstwagensteuer steigt in acht Jahren um 35 Prozent

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VZR-Daten zeigen höhere Abgaben für Fahrer und Staat; der Verband verlangt eine Besteuerung nach privat gefahrenen Kilometern.

Niederlande: Dienstwagensteuer steigt in acht Jahren um 35 Prozent
Moderne Büroarchitektur in den Niederlanden bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

In den Niederlanden hat die steuerliche Belastung für Fahrerinnen und Fahrer von Firmenleasingwagen in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Auswertungen des Interessenverbands Vereniging Zakelijke Rijders (VZR) verdeutlichen einen kontinuierlichen Anstieg der finanziellen Abgaben durch die Versteuerung des geldwerten Vorteils.

Demnach kletterte die steuerliche Belastung über einen Zeitraum von acht Jahren hinweg um 35 Prozent. Betroffen von dieser Entwicklung sind nach Angaben der Organisation rund 700.000 Niederländer, die derzeit die entsprechende Dienstwagensteuer entrichten.

Deutlicher Anstieg der individuellen Steuerlast

Die Erhebungen des VZR zeichnen die fiskalische Mehrbelastung für die betroffenen Geschäftsfahrer im Detail nach. Lag die jährliche Steuerbelastung durch den geldwerten Vorteil im Jahr 2018 noch bei 2.644 € pro Jahr, stieg dieser Betrag bis zum Jahr 2025 auf 3.571 € pro Jahr an. Dies entspricht einer rechnerischen Zunahme um 927 € pro Jahr.

Auch bei der monatlichen Netto-Belastung schlägt sich dieser Trend direkt nieder. Während Geschäftsfahrer im Jahr 2018 im Schnitt 220 € pro Monat abführen mussten, wuchs die monatliche Netto-Belastung bis zum Jahr 2025 auf 298 € pro Monat an. Nach Berechnungen des Verbands bedeutet dies einen Zuwachs von 35,1 % für die Fahrer.

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Wachsende Staatseinnahmen aus der Dienstwagenbesteuerung

Die gestiegenen Abgaben schlagen sich zugleich in den öffentlichen Haushalten nieder. Den Daten des VZR zufolge, die sich auf Zahlen des niederländischen Finanzministeriums sowie des Rechnungshofs stützen, beliefen sich die staatlichen Einnahmen aus der Dienstwagensteuer im Jahr 2018 auf 1,85 Mrd. €.

Für das Jahr 2025 wird das Gesamtaufkommen auf rund 2,5 Mrd. € beziffert. Gegenüber dem Vergleichsjahr 2018 verzeichnet der Staat damit ein Einnahmeplus von 650 Mio. € pro Jahr.

Forderung nach kilometerbasierter Reform des Steuermodells

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen fordert die Vereniging Zakelijke Rijders Anpassungen am bestehenden Abgabensystem. Der Verband spricht sich für eine grundlegende Reform aus. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Modell, bei dem sich die Besteuerung künftig an den tatsächlich privat gefahrenen Kilometern orientiert.

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Zudem plädiert der Verband für die Einführung einer Freigrenze von 500 Kilometern für private Fahrten pro Jahr, um die Pauschalbesteuerung durch ein nutzungsbezogenes Verfahren zu ersetzen.

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