Nichtraucherschutz: 127.000 Todesfälle jährlich – Ärzte fordern 20-Euro-Preis
30.06.2026 - 14:03:33 | boerse-global.de
Das novellierte Landesnichtraucherschutzgesetz soll die Bevölkerung besser vor Passivrauchen schützen – besonders Kinder und Jugendliche.
Das ist ab sofort tabu
Die neuen Regeln verbieten das Rauchen an Orten, die Familien und Kinder häufig nutzen. Dazu gehören Spielplätze, Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, Freibäder und Zoos. Eine wichtige Neuerung: Das Verbot gilt jetzt auch für E-Zigaretten, Vapes, E-Shishas und Tabakerhitzer.
In Städten wie Crailsheim werden die verschärften Regeln seit Ende Juni konsequent umgesetzt. Die Ausweitung auf moderne Nikotinprodukte reagiert auf deren wachsende Verbreitung im öffentlichen Raum.
Mediziner fordern drastischere Maßnahmen
Begleitend zu den Gesetzesänderungen fordern Ärztevertreter bundesweit schärfere Regeln. Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), spricht sich für eine massive Tabakpreis-Erhöhung auf 20 Euro pro Packung aus. Zum Vergleich: Die Bundesregierung plant bis 2030 lediglich einen Preis von 11,40 Euro.
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Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen belegen aktuelle Gesundheitsdaten. In Bielefeld leiden rund 9.700 Menschen an der chronischen Lungenerkrankung COPD. Experten zufolge sind etwa 90 Prozent dieser Fälle auf Rauchen zurückzuführen. Bundesweit sterben jährlich rund 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.
Berlin kämpft gegen Zigarettenmüll
Während Baden-Württemberg auf Rauchverbote setzt, geht Berlin einen anderen Weg. Die Ordnungsämter führen bis zum 5. Juli verstärkte Kontrollen gegen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen durch. Wer seinen Abfall im öffentlichen Raum entsorgt, zahlt Bußgelder zwischen 250 und 3.000 Euro.
Die Maßnahmen sind Teil einer Strategie, die Gesundheitsschutz und Stadtsauberkeit verbessern soll.
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Bürokratieabbau in der Pflege
Parallel zum Nichtraucherschutz senkt Baden-Württemberg die Verwaltungslasten im Pflegebereich. Regelprüfungen für Pflegeeinrichtungen finden künftig nur noch alle fünf Jahre statt. Das soll Kapazitäten für die direkte Versorgung freisetzen. Nordrhein-Westfalen hat im Juni ähnliche Schritte eingeleitet – vollständig wirksam ab Anfang 2027.
