Deutschland, Automobilindustrie

Tüv und Co: Prüfer finden mehr schwere Mängel an Autos

24.10.2025 - 03:30:17

Nicht einmal zwei von drei Autos kamen 2024 ohne Beanstandung durch die regelmäßige Hauptuntersuchung. Das liegt auch daran, dass weniger neue Fahrzeuge dazukommen.

Der Zustand der Autos in Deutschland hat sich verschlechtert: Vergangenes Jahr haben die Prüfer bei den regelmäßigen Hauptuntersuchungen insgesamt 144.074 Pkw gefährliche Mängel bescheinigt oder sie gar für verkehrsunsicher erklärt. Das geht aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervor. 

Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr - obwohl sogar etwas weniger Autos untersucht wurden. Ganz ohne Beanstandung endeten 65,1 Prozent der Hauptuntersuchungen - 0,6 Prozentpunkte weniger als 2023.

Insgesamt begutachteten die Prüfer von Tüv, Dekra und Co. vergangenes Jahr gut 22 Millionen Autos. 11.700 Mal erklärten sie den Pkw dabei für verkehrsunsicher, das bedeutet, dass der Wagen nicht mal mehr aus eigener Kraft vom Hof fahren darf - diese Zahl sank sogar etwas. 

132.374 Mal sahen sie gefährliche Mängel. Diese Fahrzeuge dürfen nach der Prüfung nur noch nach Hause oder in die Werkstatt gebracht werden und müssen nach der Reparatur zur Nachuntersuchung. 

Erhebliche Mängel diagnostizierten die Prüfer 4,6 Millionen Mal - diese Fahrzeuge dürfen noch gefahren werden, müssen aber «unverzüglich» repariert und ebenfalls zur Nachuntersuchung gebracht werden. Geringe Mängel gab es 2,0 Millionen Mal, keine Mängel wurden 14,4 Millionen Mal festgestellt. 

Mehr ältere Fahrzeuge geprüft

Ein wichtiger Grund für die gestiegene Zahl schwerer Mängel könnte sein, dass weniger relativ neue und mehr alte Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung vorgeführt wurden. Hier dürfte sich bemerkbar machen, dass in den vergangenen Jahren deutlich weniger Neuwagen gekauft wurden als in der Zeit davor. Zudem gibt es schon lange den Trend, dass das durchschnittliche Fahrzeugalter steigt. 

Jüngere Fahrzeuge werden sehr viel seltener beanstandet als alte. Autos im Alter von null bis drei Jahren kommen zu 90 Prozent ohne Beanstandung durch die HU, im Alter von acht bis neun Jahren sind es noch 71 Prozent und bei den Autos, die zehn Jahre oder älter sind, nicht einmal mehr die Hälfte.

25,5 Millionen Mängel

Nimmt man alle Fahrzeugarten - also auch Motorräder, Lkw, Fahrzeuganhänger und Ähnliches -, stellten die Prüfer vergangenes Jahr bei 31 Millionen Untersuchungen insgesamt 25,5 Millionen Mängel fest, einige hunderttausend mehr als vor einem Jahr und oft mehrere am selben Fahrzeug. Am häufigsten beanstandeten sie Licht und Elektrik mit 6,6 Millionen Mängeln, gefolgt von der Bremsanlage mit 4,6 Millionen sowie dem Bereich Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen mit 4,3 Millionen Mängeln.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Fast alle Marken senken CO2-Ausstoß in Deutschland deutlich. Viele große Marken sparten noch mehr ein. Es gibt aber prominente Ausnahmen. Die 2025 zugelassenen Neuwagen stießen im Schnitt nominell ein Neuntel weniger Kohlendioxid aus als 2024. (Wirtschaft, 17.01.2026 - 04:00) weiterlesen...

Ringen um letzte Details für E-Auto-Förderung. Doch wer auf die neue Förderung hofft, muss noch ein paar Tage auf die genauen Bedingungen warten. Für den Kauf von Elektroautos soll es künftig wieder Geld vom Staat geben. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 09:09) weiterlesen...

Absatzkrise in China: Porsche verkauft weniger Fahrzeuge. Insbesondere in China geht es deutlich abwärts. Aber auch in anderen Märkten kommen die luxuriösen Sport- und Geländewagen nicht mehr so gut an. Die Verkaufszahlen bei Porsche sehen mau aus. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 09:00) weiterlesen...

Letzte Details zu Förderung für Elektroautos doch noch offen. Doch in letzter Minute wird die Pressekonferenz verschoben. Eigentlich wollte Bundesumweltminister Carsten Schneider an diesem Freitag über die neue Kaufprämie für Elektroautos informieren. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 08:56) weiterlesen...

Neue E-Auto-Prämie soll rückwirkend ab Jahreswechsel gelten. Wie viel Geld fließen soll und ab wann sie gilt. Die Ampel-Koalition stellte sie ein, um Haushaltslöcher zu stopfen – nun soll es eine neue Kaufprämie für E-Autos geben. (Wirtschaft, 16.01.2026 - 00:01) weiterlesen...

Einigung zum Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland bei MAN Unter anderem verspricht das Unternehmen nach Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite Investitionen und eine Job- und Standortgarantie bis weit ins nächste Jahrzehnt. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 13:37) weiterlesen...