Next-11 Länderportrait: Pakistan (4)
Veröffentlicht am: 27.08.2007 um 08:53 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die „Next-11“ sind ein Konzept, das von dem Emerging-Markets-Experten Jim O´ Neill von Goldman Sachs entwickelt worden ist. Es handelt sich um elf Länder, die derzeit noch als exotische Anlageplätze gelten, aber in Kürze den Sprung nach vorn schaffen können. O´Neill hat bereits mit seinem „BRIC-Konzept“ (Brasilien, Russland, Indien, China) Furore gemacht, das den Anlegern in den vergangenen Jahren enorme Gewinne beschert hat.
Im S-BOX N-11 Index der Börse Stuttgart befinden sich die acht interessantesten Länderindizes aus den Next-11. Die Deutsche Bank hat auf diesen Index ein Kapitalschutz-Zertifikat aufgelegt (WKN: DB3N11). Gerade jetzt - in unseren schwierigen Börsenzeiten - stellt es ein optimales Instrument dar, um völlig risikolos in hochinteressante Wachstumsmärkte zu investieren. Das Papier ist auch für konservative Investoren absolut geeignet. Zum Ende der Laufzeit am 16. Juli 2012 werden pro Zertifikat garantiert 100 Euro ausbezahlt. Die Partizipationsrate liegt bei 55 Prozent.
EMFIS stellt in dieser Kolumnen-Reihe jeweils eines der acht aufstrebenden Länder vor, die im S-BOX N-11 enthalten sind.
Teil IV: Pakistan
Pakistan gilt vielen Beobachtern als rückständiges und politisch instabiles Land. Ohne Zweifel hat die Islamische Republik mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Im Windschatten innenpolitischer Auseinandersetzungen hat dort allerdings in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum stattgefunden. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um stolze 6,9 Prozent und lag zuletzt bei 110 Milliarden Dollar. Vor allem die Privatisierungsbemühungen der Regierung und der private Konsum haben zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen.
Der örtliche Aktienmarkt hat auf diesen wenig beachteten Boom bereits reagiert. Seit 2002 ist der MSCI Pakistan Index um über 550 Prozent gestiegen und erzielte damit nach Indonesien die zweitstärkste Performance innerhalb Asiens. Dennoch weisen die in diesem Index enthaltenen Unternehmen derzeit ein KGV (2007) von lediglich 11,8 auf und sind damit auch für asiatische Verhältnisse sehr billig. Zugleich liegen die Prognosen für das durchschnittliche Gewinnwachstum für 2008 bei 15 Prozent und 2009 bei weiteren 14 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren sind im Durchschnitt 18 Prozent Gewinnwachstum erreicht worden.
Die großen Auslandsanleger haben die Börse in Karachi bislang nahezu ignoriert. Laut EPFR Global liegt der Anteil der Gelder, die die Asienfonds im Durchschnitt dort investiert haben, bei lediglich 0,1 Prozent. Insgesamt sind den pakistanischen Aktien zwischen Sommer 2006 und Frühjahr 2007 lediglich 1,8 Milliarden Dollar an internationalen Anlegergeldern zugeflossen. Der Großteil davon wurde zudem in die Titel der Marktschwergewichte Muslim Commercial Bank, Oil & Gas Development sowie Pakistan Telecom investiert, deren GDRs auch in den USA gehandelt werden.
An der Börse Karachi sind rund 675 Unternehmen gelistet. Der maßgebliche Index ist der KSE 100, in dem die Schwergewichte aus dem Banken- und Rohstoffsektor dominieren. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren nahezu linear nach oben bewegt. Seit Juli dieses Jahres findet allerdings Korrekturbewegung statt. Diese ist zum einen auf politische Gründe zurückzuführen. Insbesondere die Belagerung der „Roten Moschee“, die zahlreiche Todesopfer gefordert hat, hat zunächst viele Anleger zurückschrecken lassen. Daneben hat zuletzt auch die Risikoneigung an den Börsen weltweit abgenommen, was natürlich Märkte wie Pakistan besonders stark belasten musste.
Ein Investment in Pakistan erscheint deshalb vor allem mit einer Kapitalschutz-Komponente sinnvoll, wie sie das Zertifikat auf den S-BOX N-11 Index bietet. Sowohl die Chancen als auch die Risiken sind überdurchschnittlich hoch.
Der S-BOX N-11 Index enthält die Indizes von acht besonders aussichtsreichen Ländern aus der Gruppe der Next-11. Diese werden hauptsächlich anhand der Wachstumsprognosen des IWF ausgewählt und gewichtet. Derzeit sind folgende Länder enthalten: Vietnam (vorläufige Gewichtung: 17,51 Prozent), Pakistan (16,13 Prozent), Indonesien (13,83 Prozent), Ägypten (12,90 Prozent), die Philippinen (12,45 Prozent), die Türkei (11,52 Prozent), Mexiko (8,06 Prozent) und Südkorea (7,6 Prozent).
Lesen sie zu diesem Thema auch:
Next-11 Länderportrait: Ägypten (1)
Next-11 Länderportrait: Indonesien (2)
Next-11 Länderportrait: Mexiko (3)
Pakistan – Vietnam – Türkei: Märkte ohne Risiko
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