New-Work-Barometer, Personalbereiche

New-Work-Barometer 2026: 67 Prozent sehen HR als bürokratisiert

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Personalbereiche verbringen 50% der Arbeitszeit mit Verwaltung. Interne Prozesse belasten die Leistung stärker als externe Vorgaben.

New-Work-Barometer 2026: HR-Abteilungen kämpfen mit übermäßiger Bürokratie
Eine HR-Fachkraft arbeitet konzentriert an einem Schreibtisch in einem modernen Büro mit Akten und einem Laptop. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das am 11. August 2026 veröffentlichte New-Work-Barometer 2026 verdeutlicht einen dringenden Handlungsbedarf in deutschen Personalabteilungen. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass HR-Bereiche in besonderem Maße durch interne bürokratische Prozesse belastet sind, was die Entwicklung neuer Strategien zur Krisenbewältigung und Effizienzsteigerung erforderlich macht.

HR-Abteilungen als Zentrum der Bürokratie

Den Ergebnissen des Barometers zufolge verbringen Mitarbeiter in Personalabteilungen inzwischen rund 50 % ihrer gesamten Arbeitszeit mit administrativen und bürokratischen Aufgaben. Damit liegt die Belastung in diesem Bereich deutlich über dem Durchschnitt der allgemeinen Belegschaft, die knapp 40 % ihrer Arbeitszeit für bürokratische Prozesse aufwendet.

In einer Befragung, die zwischen April und Juni 2026 durchgeführt wurde (n=734), identifizierten 67,2 % der Teilnehmer das Personalwesen als den am stärksten bürokratisierten Bereich innerhalb ihrer Organisationen. Im Gegensatz dazu zeigen sich andere Abteilungen wie das Marketing oder die Poststelle mit einem Anteil von etwa 10 % deutlich weniger betroffen. Ein besorgniserregender Trend zeigt sich zudem in der zeitlichen Entwicklung: 70 % der Befragten gaben an, dass die Bürokratie in den vergangenen zwei Jahren weiter zugenommen habe.

Auswirkungen auf die Unternehmensleistung

Die Untersuchung, die unter anderem von Experten der SRH Heidelberg mit einer Stichprobe von über 700 Personen begleitet wurde, differenziert zwischen verschiedenen Arten der Belastung. Dabei wurde festgestellt, dass vor allem die interne Bürokratie die Leistungsfähigkeit von Unternehmen spürbar senkt. Interessanterweise zeigten externe regulatorische Vorgaben in dieser Analyse keinen vergleichbar negativen Effekt auf die operative Performance.

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Ein wesentliches Hindernis stellt die tiefe Verwurzelung von Regeln in der Unternehmenskultur dar. Studienleiter Schermuly wies darauf hin, dass deutsche Unternehmen oft erhebliche Schwierigkeiten hätten, bestehende Regelwerke aktiv zu verändern oder abzubauen. Die HR-Prozesse sind dabei stark durch Formalisierung (M=5,5) und Standardisierung (M=4,9) geprägt. Ein weiteres Detail der Studie offenbart eine Diskrepanz in der Wahrnehmung: Führungskräfte schätzen das Ausmaß der Bürokratie im Durchschnitt geringer ein als die operativ tätigen Mitarbeiter.

Volkswirtschaftlicher Kontext und Lösungsansätze

Die Problematik der bürokratischen Last ist nicht auf einzelne Unternehmen beschränkt, sondern hat weitreichende ökonomische Folgen. Eine Ifo-Studie aus dem Jahr 2024 bezifferte die Kosten der Bürokratie für Deutschland auf jährlich bis zu 146 Mrd. Euro. Dies entspreche etwa 6 % des gesamten Umsatzes der betroffenen Unternehmen. Auch aus der Kommunalpolitik kommt Kritik an der aktuellen Lage; so bemängelte der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer die Vielzahl an überflüssigen Vorschriften, die effiziente Abläufe behindern.

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Um der steigenden Belastung entgegenzuwirken, empfehlen Experten eine konsequente Reduzierung und Automatisierung von Prozessen. Hierbei könne insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eine Schlüsselrolle spielen, um repetitive administrative Aufgaben zu übernehmen und Kapazitäten für strategische Personalarbeit freizusetzen. Ziel der im New-Work-Barometer skizzierten Strategien ist es, die internen Abläufe so zu verschlanken, dass die Krisenresistenz der Unternehmen durch eine agilere Verwaltung gestärkt wird.

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