Neue Euro-Banknoten: EZB plant Einführung ab Anfang der 2030er Jahre
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 11:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Europäische Zentralbank will neue Euro-Banknoten ab Anfang der 2030er Jahre schrittweise in Umlauf bringen; über ihre Gestaltung soll der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026 entscheiden.
Fast zehn Millionen Menschen beteiligt
In eine Entscheidung einfließen soll das Votum von fast zehn Millionen Europäerinnen und Europäern, die sich an einer bis Anfang dieser Woche laufenden Online-Umfrage beteiligt haben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezeichnete die Beteiligung als wichtigen Schritt bei der Vorbereitung der nächsten Banknotenserie.
Zwei Themen mit jeweils fünf Vorschlägen
Die EZB hatte für die neuen Scheine zwei Themen vorgegeben. Unter dem Schwerpunkt „Europäische Kultur“ zeigen die Entwürfe berühmte Europäer wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci; auf den Rückseiten sind unter anderem Straßenkünstler oder ein Sängerfest vorgesehen.
Das zweite Thema „Flüsse und Vögel“ soll die Widerstandskraft und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme Europas darstellen. Vorgesehen sind unter anderem Eisvogel und Weißstorch; die Rückseiten zeigen europäische Institutionen wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die EZB.
Mehr Schutz vor Fälschungen
Die neuen Banknoten sollen zusätzliche Sicherheitsmerkmale erhalten, damit Fälschungen schwieriger werden. Außerdem will die EZB die Umweltfolgen der Produktion verringern, die Haltbarkeit der Scheine erhöhen und sie für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen besser erkennbar machen.
Euro seit 2002 im Umlauf
Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Januar 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen vollständig eingeführt.
Der Euro ist gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 Ländern der Europäischen Union.
Ein Generationenwechsel mit langem Vorlauf
Die Euro-Banknotenserie wird nicht kurzfristig ausgetauscht. Nach der Entscheidung des EZB-Rats Ende 2026 müssen die ausgewählten Entwürfe technisch ausgearbeitet, produziert und in den Zahlungsverkehr eingeführt werden. Die Ausgabe soll ab Anfang der 2030er Jahre schrittweise erfolgen.
Für Verbraucher bedeutet das zunächst vor allem Orientierung: Die heute verwendeten Scheine bleiben gültig, während die neuen Banknoten nach und nach hinzukommen. Ein abrupter Stichtag, an dem alte Scheine wertlos würden, ist nicht vorgesehen. Damit kann die Umstellung für Handel, Banken und Automatenbetreiber planbar erfolgen.
Design ist auch eine Sicherheitsfrage
Die Motive prägen zwar das öffentliche Bild des Euro, entscheidend für den praktischen Nutzen sind jedoch die technischen Eigenschaften. Zusätzliche Sicherheitsmerkmale sollen Fälschungen erschweren; langlebigere Materialien können den Ressourcenverbrauch bei Herstellung und Ersatz senken. Besser erkennbare Merkmale sollen zudem Menschen mit Sehbeeinträchtigungen zugutekommen.
Europäische Identität auf dem Zahlungsmittel
Die beiden Themenvorschläge setzen unterschiedliche Akzente: Berühmte Persönlichkeiten stehen für die gemeinsame Kulturgeschichte, Flüsse und Vögel für Natur, Vielfalt und grenzüberschreitende Zusammenhänge. Die Beteiligung von fast zehn Millionen Menschen verleiht dem Auswahlprozess eine breite öffentliche Resonanz, ersetzt aber nicht die abschließende Entscheidung des EZB-Rats.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Neue Euroscheine: Abstimmung der EZB bald zu Ende“ (21.09.2026)
Der Bericht habe die zehn Designreihen und die Motive von Persönlichkeiten, Flüssen und Vögeln vorgestellt. Anders als die dpa-Meldung habe er besonders hervorgehoben, dass die Umfrage lediglich ein Votum sei und der EZB-Rat die endgültige Auswahl treffe; außerdem schreibe er, die alten Scheine blieben weiterhin gültig.
n-tv: „Letzter Tag der Umfrage: Beethoven oder Basstölpel? Bevölkerung entscheidet über neue Euro-Scheine“ (21.09.2026)
Der Artikel bestätige die beiden Themenfelder, die hohe Beteiligung und die für Ende 2026 geplante Entscheidung des EZB-Rats. Er setze seinen Schwerpunkt auf den letzten Tag der Abstimmung und ergänze die geplanten Verbesserungen bei Fälschungsschutz, Haltbarkeit und Erkennbarkeit; offen bleibe dort wie in der aktuellen Meldung, welches Design ausgewählt werde.
Beide Berichte stellten die öffentliche Beteiligung als wichtigen, aber nicht allein entscheidenden Schritt dar. Unterschiede ergäben sich vor allem beim zeitlichen Fokus: Während die älteren Beiträge das Ende der Umfrage betonten, stehe nun der weitere Prozess bis zur schrittweisen Ausgabe ab Anfang der 2030er Jahre im Mittelpunkt.
