Netzpaket, EEG-Novelle

Netzpaket und EEG-Novelle: Handwerkskammer warnt vor Jobverlusten

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 01:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kammer sieht Arbeitsplätze durch Netzpaket und EEG-Novelle bedroht und verlangt eine abgestimmte Energiepolitik.
Unfertiger Innenraum eines Wohngebäudes während einer energetischen Sanierung mit sichtbarem Mauerwerk und Rohrleitungen. Illustration mit AI erstellt.

Mit deutlicher Kritik hat sich die Handwerkskammer Oberfranken an die Bundespolitik gewandt. In einem Offenen Brief an Bundeswirtschaftsministerin Reiche, die Bundesnetzagentur sowie die oberfränkischen Mitglieder des Bundestages warnt die Kammer vor den Konsequenzen des aktuell im Parlament debattierten Netzpakets und der anstehenden EEG-Novelle.

Wie Medien am 4. November berichteten, sieht die Handwerksorganisation durch die geplanten Neuregelungen im Energiebereich Arbeitsplätze und funktionierende Branchenstrukturen gefährdet.

Parallelen zum Einbruch der Solarindustrie ab 2012

Die Handwerkskammer Oberfranken befürchtet, dass widersprüchliche gesetzliche und regulatorische Vorgaben sowie das Fehlen von Rechts- und Planungssicherheit gravierende wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Eine derzeit funktionierende Branche drohe dadurch im schlimmsten Fall zum Erliegen zu kommen.

In ihrem Schreiben zieht die Kammer dabei einen historischen Vergleich: Die aktuelle Entwicklung berge das Risiko, ähnliche Brüche hervorzurufen wie der Einbruch der deutschen Solarindustrie ab dem Jahr 2012. Damals führten veränderte regulatorische Rahmenbedingungen zu einer tiefen Krise in diesem Sektor. Eine vergleichbare Destabilisierung drohe sich nun zu wiederholen, falls die Politik die Vorgaben nicht grundlegend anpasse.

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Kritik am AgNes-Verfahren und Sorge vor Arbeitsplatzabbau

Zusätzlich verstärkt werde diese Unsicherheit nach Ansicht der Handwerkskammer durch das Verfahren zur Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes). Das Zusammenspiel aus den verschiedenen regulatorischen Anforderungen und den Gesetzesvorhaben schaffe unklare Verhältnisse für Unternehmen und Investoren. Durch die neuen Energieregeln drohen nach Warnung der Kammer konkrete Jobverluste in den betroffenen Handwerksbetrieben.

Ruf nach ganzheitlicher Betrachtung und strategischer Planung

Um diese Gefahren abzuwenden, fordert die Handwerkskammer Oberfranken von der Bundespolitik eine strategische Planung sowie eine ganzheitliche Betrachtung der Energiegesetze, die insbesondere die Wechselwirkungen der unterschiedlichen Instrumente einbezieht.

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Rückendeckung sieht die Organisation dabei auf Länderebene: Nach Kammerangaben stehen die Ausschüsse des Bundesrates auf ihrer Seite und teilen die Bedenken gegenüber den bisherigen Plänen. Die Wirtschaftsministerin, die Bundesnetzagentur sowie die regionalen Bundestagsabgeordneten sind nun aufgefordert, die Kritikpunkte vor dem Abschluss der parlamentarischen Beratungen aufzugreifen.

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