NEET-Quote: Anteil junger Erwerbsloser auf 10,0% gestiegen
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Deutschland ist der Anteil junger Erwachsener, die weder einer Erwerbstätigkeit nachgehen noch sich in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung befinden, im Jahr 2025 deutlich gestiegen.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag die sogenannte NEET-Quote (Not in Education, Employment or Training) bei den 20- bis 24-Jährigen bei 10,0 %. Damit verzeichnete die Bundesrepublik einen spürbaren Zuwachs gegenüber dem Jahr 2022, als dieser Wert noch bei 8,8 % gelegen hatte.
Demografische Unterschiede und regionale Disparitäten
Die aktuellen Erhebungen verdeutlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie deutliche regionale Gefälle. Den Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge sind Frauen in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen mit einer Quote von 10,5 % häufiger von Erwerbs- oder Ausbildungslosigkeit betroffen als Männer, bei denen der Wert 9,6 % beträgt.
Ein signifikanter Kontrast zeigt sich zudem bei der Betrachtung des Wohnumfelds. In städtischen Gebieten lag die NEET-Quote mit 10,6 % auf einem deutlich höheren Niveau als in ländlichen Regionen, wo lediglich 7,9 % der jungen Erwachsenen weder arbeiteten noch eine Ausbildung absolvierten.
Struktur und Hintergründe der Nichtbeschäftigung
Innerhalb der Gruppe der betroffenen jungen Menschen variieren die Gründe für den Status der Nichtbeschäftigung stark. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass lediglich 25 % der Betroffenen aktiv auf Arbeitssuche waren. Die Mehrheit von 66 % stand dem Arbeitsmarkt hingegen nicht unmittelbar zur Verfügung.
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Als Hauptgründe für diese fehlende Verfügbarkeit wurden verschiedene Verpflichtungen und Einschränkungen genannt. Demnach gaben 20 % der nicht verfügbaren jungen Menschen Betreuungsaufgaben als Ursache an. Weitere 18 % nannten gesundheitliche Gründe, während 17 % der Befragten angaben, sich in anderen Formen der Bildung zu befinden, die nicht unter die klassische Erwerbs- oder Ausbildungsstatistik fielen.
Bettina Kohlrausch, Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), bewertete die Entwicklung als besorgniserregend. Angesichts der steigenden Zahlen forderte sie die Einführung einer Ausbildungsgarantie, um jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu sichern.
Deutschland im europäischen Vergleich
Trotz des jüngsten Anstiegs steht Deutschland im Vergleich zum EU-weiten Durchschnitt weiterhin stabil da. Die NEET-Quote der Bundesrepublik liegt mit 10,0 % unter dem Schnitt der Europäischen Union, der mit 12,9 % beziffert wird.
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Innerhalb der EU zeigen sich jedoch extreme Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Die niedrigsten Quoten verzeichneten die Niederlande mit 5,6 %, gefolgt von Schweden mit 7,3 % und Tschechien mit 7,6 %.
Am anderen Ende der Skala finden sich Länder wie Rumänien, wo die NEET-Quote bei 22,8 % liegt. Auch in Bulgarien mit 17,3 % und Frankreich mit 16,2 % ist der Anteil junger Menschen ohne feste Beschäftigung oder Ausbildungsplatz wesentlich höher als in Deutschland.
