Nachtarbeit, Long

Nachtarbeit und Long Covid: Studie zeigt 88 Prozent höheres Risiko

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Beobachtungsstudie verknüpft Nachtschichten und chronische Schlaflosigkeit mit häufiger anhaltenden Beschwerden nach einer Infektion.

Studie: Nachtarbeit und Schlafmangel erhöhen Long-Covid-Risiko
Ein ungemachtes Bett in einem spärlich beleuchteten Schlafzimmer bei Nacht mit sanftem Mondlichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Nachtarbeit und chronischer Schlafmangel stehen in einem deutlichen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Long Covid bei Beschäftigten. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung der Medizinischen Universität Wien und des spanischen Forschungsinstituts ISGlobal, die im Fachblatt Scandinavian Journal of Work, Environment & Health erschienen ist.

Demnach leiden Schichtarbeitende nach einer Infektion signifikant häufiger unter länger anhaltenden Beschwerden als Personen, die ausschließlich tagsüber arbeiten.

Erhöhtes Risiko durch Schichtdienste und Schlafprobleme

Die Auswertungen verdeutlichen, dass unregelmäßige Arbeitszeiten und Schlafmangel die Anfälligkeit für Langzeitfolgen einer Coronavirus-Infektion verstärken können. Nachtarbeit war in der Untersuchung mit einem um 88 Prozent höheren Long-Covid-Risiko verbunden als reine Tagarbeit. Bereits eine Frequenz von mindestens drei Nachtschichten pro Monat ging im Vergleich zur Tagarbeit mit einem etwas mehr als doppelt so hohen Risiko einher.

Darüber hinaus zeigte sich chronische Schlaflosigkeit als eigenständiger Risikofaktor: Sie erhöhte das Long-Covid-Risiko unabhängig von Schichtarbeit um 42 Prozent. Trafen beide Faktoren zusammen, stieg die Wahrscheinlichkeit für anhaltende Beschwerden noch deutlicher an.

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Die Kombination aus Nachtarbeit und Schlafproblemen war mit einem fast 2,7-fachen Risiko verbunden. Bei den betroffenen Personen mit Long Covid traten in 54 Prozent der Fälle neurologische Symptome auf.

Datenbasis der COVICAT-Kohorte

Als empirische Grundlage der Studie dienten Daten von 1.899 Teilnehmenden aus der spanischen COVICAT-Kohorte aus den Jahren 2021 bis 2023. Bei gut 280 Teilnehmenden – was einem Anteil von etwa 15 Prozent der Kohorte entspricht – trat Long Covid auf. Die Forschenden definierten diesen Zustand als das Fortbestehen von gesundheitlichen Beschwerden über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten nach der akuten Infektion.

Auffällig war bei der Betrachtung der Infektionshäufigkeit, dass Nachtarbeit in der Studie nicht mit einem höheren Infektionsrisiko verbunden war. Der Unterschied zwischen den Beschäftigtengruppen zeigte sich somit nicht bei der ursprünglichen Ansteckung, sondern beim weiteren Verlauf und dem Fortdauern der Symptome.

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Methodische Einordnung der Ergebnisse

Bei der Veröffentlichung handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Aus diesem methodischen Ansatz folgt, dass die erhobenen Daten zwar einen statistischen Zusammenhang zwischen Nachtarbeit, Schlafdefiziten und Long-Covid-Verläufen belegen, jedoch keinen direkten Kausalmechanismus nachweisen können.

Dennoch liefern die Befunde wichtige Ansatzpunkte für den betrieblichen Gesundheitsschutz und arbeitsmedizinische Präventionskonzepte. Da Schichtarbeit und Schlafstörungen in vielen Industrie- und Dienstleistungsbranchen weit verbreitet sind, unterstreicht die Erhebung die Relevanz von ergonomisch gestalteten Schichtplänen und gezielten Maßnahmen zur Förderung der Schlafgesundheit im Berufsleben.

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