Nachhaltigkeitsberichterstattung, Betriebe

Nachhaltigkeitsberichterstattung: EU entlastet kleine Betriebe drastisch

11.06.2026 - 13:15:41 | boerse-global.de

Österreichische Unternehmen setzen ESRS um, kämpfen aber mit Datenbeschaffung und Budgetkürzungen bei Klimaförderungen.

Nachhaltigkeitsberichte in Österreich: ESRE-Umsetzung mit Hürden
Nachhaltigkeitsberichterstattung - Abstrakte Darstellung von vernetzten Datenpunkten und Linien über einer angedeuteten Karte Österreichs, symbolisiert Nachhaltigkeitsberichterstattung. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse von KPMG zeigt: Die Umsetzung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) läuft – aber nicht ohne Hürden.

Die Untersuchung „Real-time ESRS 2026: Austria 40“ wertete 40 Berichte aus dem Zeitraum 2025/26 aus. Seit Februar bildet das Nachhaltigkeitsberichtsgesetz (NaBeG) den verbindlichen rechtlichen Rahmen.

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Klima, Mitarbeiter und Führung im Fokus

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Unternehmen liegen klar auf Klimawandel, Arbeitskräften und Unternehmensführung. Positiv: Die Berichte werden schlanker. Der durchschnittliche Umfang sank von 168 auf 143 Seiten.

Doch die Datenbeschaffung bleibt eine Herausforderung. 95 Prozent der Unternehmen greifen auf Schätzungen zurück, um die geforderten Kennzahlen abzubilden.

EU entlastet kleinere Betriebe

Die EU-Kommission hat zeitgleich einen neuen freiwilligen Standard für Firmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern veröffentlicht. Der Umfang der geforderten Angaben sinkt deutlich – von 66 auf 29 Seiten. Kennzahlen wie die Treibhausgas-Intensität oder der Gender Pay Gap wanderten in ein optionales Modul.

Ein „Value-Chain-Cap“ soll Lieferketten entlasten: Berichtspflichtige Großunternehmen dürfen von ihren kleineren Partnern keine Angaben verlangen, die über diesen neuen Standard hinausgehen.

Wirtschaftliche Flaute erschwert die Transformation

Die Umsetzung der Standards läuft in schwierigem Fahrwasser. Das WIFO meldet für das erste Quartal ein reales BIP-Wachstum von nur 0,2 Prozent. Die Inflation lag im Mai bei 3,7 Prozent – angetrieben durch einen Anstieg der Energiekosten um 9,8 Prozent.

Geopolitische Spannungen belasteten die globale Industrie zusätzlich. Militärische Auseinandersetzungen und die Blockade der Straße von Hormus im März drückten den Welthandel. Rohöl der Sorte Brent kostete im Mai rund 100 US-Dollar pro Barrel.

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Budgetkürzungen trotz steigender Anforderungen

Das Finanzministerium hat das Doppelbudget für 2027 und 2028 vorgelegt. Ziel: Das Maastricht-Defizit von 4,2 Prozent im Jahr 2026 auf unter 3,0 Prozent senken. Der Haushalt sieht Kürzungen im Bereich Umwelt und Klima von 405 Millionen Euro vor. Auch die Mittel für das Klimaticket sollen um 85 Millionen Euro sinken.

Experten von WIFO, IHS und dem Fiskalrat bezweifeln, ob die geplanten Maßnahmen ohne weitreichende Strukturreformen ausreichen. Für Unternehmen bedeutet das: Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung steigen – während staatliche Förderanreize im Klimabereich teilweise zurückgefahren werden.

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