Nachhaltigkeitsberichte, Pflichten

Nachhaltigkeitsberichte: EU reduziert Angaben um 60 Prozent

06.06.2026 - 00:14:43 | boerse-global.de

Die EU senkt die Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung drastisch, während neue Regeln für CO2-Grenzausgleich und Verpackungen in Kraft treten.

EU entlastet Firmen: Nachhaltigkeitsberichte um 60 Prozent reduziert
Nachhaltigkeitsberichte - Geschäftsleute prüfen Nachhaltigkeitsberichte und digitale Anzeigen mit ESG-Daten in einem modernen, umweltfreundlichen Büro. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Entwurf der neuen ESRS 2.0-Standards soll den administrativen Aufwand für Unternehmen massiv senken. Branchenexperten rechnen mit Kosteneinsparungen von über 30 Prozent.

Neue Fristen für CO2-Grenzausgleich und Verpackungen

Doch während die allgemeinen Berichtsstandards erleichtert werden, kommen neue Regeln auf die Wirtschaft zu. Für das Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) stehen Anfang 2026 die ersten Erklärungen an. Die endgültige Einreichung muss bis zum 30. September 2027 erfolgen.

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Parallel dazu bereitet sich die Industrie auf die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vor. Sie tritt im August 2026 in Kraft. Das Bundeskabinett hat zudem ein 12-Punkte-Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft verabschiedet – mit Investitionen von 260 Millionen Euro bis 2029. Flankiert wird das Ganze auf EU-Ebene durch das ReSourceEU-Programm mit einem Volumen von drei Milliarden Euro.

Boom bei Software für Sorgfaltspflichten

Der Markt für technische Lösungen zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten wächst rasant. Wurde das Volumen 2025 auf 3,8 Milliarden US-Dollar geschätzt, prognostizieren Experten für 2034 einen Anstieg auf 9,6 Milliarden US-Dollar. Der Treiber: die Überwachung komplexer Lieferketten.

Weltweit sind rund 50 Millionen Menschen von Zwangsarbeit betroffen – 86 Prozent dieser Fälle entfallen auf den privaten Sektor. Hinzu kommen Rohstoffabhängigkeiten: China kontrolliert zwischen 80 und 85 Prozent der weltweiten Wolfram-Produktion. Für Unternehmen wird die Diversifizierung ihrer Lieferketten damit zur Mammutaufgabe.

NIS-2 und die Energiekosten

Neben Nachhaltigkeitsthemen rücken IT-Sicherheit und Energiekosten in den Fokus. Die NIS-2-Richtlinie verpflichtet Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder zehn Millionen Euro Jahresumsatz in regulierten Sektoren seit Anfang des Jahres zu verschärften Sicherheitsstandards. Dazu gehören die Registrierung beim BSI und umfassende Risikomanagement-Maßnahmen.

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In der kommenden Woche informieren Verbände und Berater über die aktuelle Situation beim Industriestrompreis. Nach der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission stehen Details zu Entlastungshöhen und Investitionsverpflichtungen für energieintensive Unternehmen im Mittelpunkt.

Diskurs über industrielle Resilienz

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) startet in den nächsten Tagen eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Resilienz im Epochenbruch“. Experten wie IW-Direktor Michael Hüther und Markus K. Brunnermeier von der Princeton University diskutieren über die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft. Weitere Termine widmen sich Sozialpartnerschaft, Staatsfinanzen und Infrastruktur.

Auch technologische Ansätze zur Dekarbonisierung werden vorangetrieben. Im Projekt CONSINTEC arbeiten Partner aus Industrie und Wissenschaft an CO?-neutralen Sintertechniken für die Keramikfertigung. Durch optimierte thermische Nachverbrennung soll der Erdgasverbrauch um bis zu 30 Prozent sinken. Gleichzeitig werden grenzüberschreitende Projekte für den CO?-Transport diskutiert – ein weiterer Baustein für die Klimaziele der Industrie.

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