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Musk soll 'Zukunft der Kriegsführung' miterforschen

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 06:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tech-Milliardär Elon Musk soll die amerikanische Kriegsführung der Zukunft mitgestalten - und dabei geht es auch um autonome Waffen.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte ein Forschungsprojekt an, das unter anderem von Musk und dem Drohnen-Unternehmer Palmer Luckey angeführt werden soll. Ergebnisse erwartet der Pentagon-Chef binnen 120 Tagen.

Die Aussicht auf eigenständig agierende Waffensysteme mit Künstlicher Intelligenz war zuletzt durch einen Streit zwischen dem Pentagon und der KI-Firma Anthropic in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Anthropic weigerte sich, dem Verteidigungsministerium die Nutzung seiner Technologie in autonomen Waffen und zur Massenüberwachung von Amerikanern zu erlauben. Das Pentagon beharrt dagegen auf dem Recht zu jeglichem legalen Einsatz von KI. Hegseth ließ Anthropic wegen des Streits zum Lieferketten-Risiko erklären.

Musk lässt KI und Roboter entwickeln

Der für seine rechten politischen Ansichten bekannte Musk lässt bei seiner Weltraumfirma SpaceX ebenfalls KI entwickeln. Die Software mit dem Namen Grok liegt bei den Fähigkeiten allerdings bisher hinter Anthropic und dem ChatGPT-Entwickler OpenAI zurück.

Zugleich fährt Musk bei dem von ihm geführten Autobauer Tesla gerade die Produktion humanoider Roboter hoch. Er verkündet immer wieder, dass die Roboter mit dem Namen Optimus das größte Produkt aller Zeiten werden sollen. Laut einem Bericht der Website "The Information" baute Tesla zuletzt mehrere hundert Roboter pro Woche. Zum Jahresende peile man die Produktion von mehr als 1.000 Roboter wöchentlich an. Zugleich gebe es aktuell Probleme beim Bau der komplexen mechanischen Hände, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Per KI angetriebene Roboter-Soldaten sind seit Jahren eine gefürchtete Vision für die Zukunft der Kriegsführung.

Pentagon-Chef: Kreativer Blick auf die Zukunft

Hegseth sagte, Zweck des von Musk mit angeführten Projekts sei, "mit einem kreativen Blick auf die Zukunft zu schauen, und Bereiche zu identifizieren, die wir erobern müssen, und die Fähigkeiten, die wir beherrschen müssen", sagte Hegseth.

Dabei sprach Hegseth auch das Thema der autonomen Kriegsführung an, also den Einsatz von Waffensystemen und Künstlicher Intelligenz, die ohne direktes menschlichen Eingreifen aktiv sein und etwa Angriffe ausführen können. "Wir müssen vorausschauend handeln, um die technologische und militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld für die kommenden Jahrzehnte zu sichern", sagte er weiter.

Der Minister kündigte zudem die Schaffung eines neuen Vier-Sterne-Kommandos an, um autonome und robotergestützte Fähigkeiten im US-Militär auszubauen.

Eigener Strom

Hegseth verteidigte die umstrittene Umgestaltung des Verteidigungsministeriums - und kündigte weitere Veränderungen an. Vor Militärs in Quantico im US-Bundesstaat Virginia bestätigte er, dass das Pentagon ein Fünftel aller für Admiräle und Generäle vorgesehenen Dienstposten streichen will. US-Medien hatten das bereits vorab berichtet.

In seiner Rede zur "Lage der Streitkräfte" erwähnte Hegseth auch eine Initiative, die sicherstellen soll, dass jede größere Militäreinrichtung in den USA ihren eigenen Strom erzeugen werde. Das Ziel: Auch dann handlungsfähig bleiben, wenn das zivile Stromnetz durch Cyberangriffe oder Sabotage lahmgelegt werde.

Der Pentagon-Chef verkündete außerdem, dass Trump einen neuen Militärstützpunkt im eigenen Land bauen will. Die Gouverneurinnen und Gouverneure der Bundesstaaten forderte er auf, sich dafür zu bewerben. "Wenn Ihr Bundesstaat die Ehre haben möchte, 15.000 bis 25.000 der großartigen US-amerikanischen Soldaten zu beherbergen, zeigen Sie uns, warum und wie Sie das bewerkstelligen wollen", sagte er.

"Die ideologischen Clowns sind raus" - Hegseths Personalpolitik

Bereits vergangenes Jahr hatte das Pentagon etwa die Zahl der aktiven Vier-Sterne-Generäle und -Admiräle erheblich zusammengestrichen. Immer wieder waren in den vergangenen Monaten Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen oder zum Rückzug gedrängt worden. Die Gründe dafür blieben oft nebulös.

Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 trieb der 46-Jährige auch den Ausschluss von Transmenschen aus dem Militär und den Abbau von Programmen für Diversität und Gleichstellung voran.

Vor den Militärs in Virginia betonte er nun: "Die ideologischen Clowns sind raus. Die patriotischen Cowboys sind drin". Immer wieder wertete er dabei Personengruppen - wie beispielsweise Transmenschen - ab. Zufrieden stellte Hegseth fest, dass es nun nur noch "Krieger" in den eigenen Reihen gebe.

Die vielfach beschworene neue Ausrichtung auf ein "Krieger-Ethos" spiegelt sich seit etwa einem Jahr auch im Namen des Verteidigungsministeriums wider: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bezeichnet es seit vergangenem Herbst als "Kriegsministerium".

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