Roland Berger-Studie: KI verändert Arbeitsweise und Jobprofile im Kundenservice von Unternehmen massiv
27.05.2025 - 09:13:19"Die größte Herausforderung im Kundenservice ist, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen und sie damit bestmöglich an das Unternehmen zu binden", sagt Steffen Thiel, Partner bei Roland Berger. "Auch wenn der Mensch hierfür weiterhin eine wichtige Rolle spielt, kann KI dabei sehr effektiv unterstützen: von der Kommunikation, zum Beispiel mit Echtzeitübersetzung, Sprachrouting und Chatbots, bis hin zur Automatisierung von Routineprozessen oder Zusammenfassungen. Vor allem in Asien reichen die Anwendungen im Bereich Customer Service noch deutlich weiter, unter anderem wird KI hier bereits für Stimmungsanalysen, personalisierte Empfehlungen und aktives Verkaufen genutzt."
Die Studienautoren haben drei Reifegrade für KI in Kundendienstabteilungen identifiziert: Der erste ist das Standardangebot mit einigen automatisierten Prozessen; die zweite Stufe arbeitet bereits mit einer breiten Palette von automatisierten und ausgelagerten Prozessen sowie einer optimierten, wertorientierten Kundenerfahrung. Die dritte Stufe ist die des KI-Champions, bei dem die KI den Kundenservice weitestgehend mit nur minimaler menschlicher Steuerung durchführt und für ein personalisiertes Kundenerlebnis und eine 24/7-Verfügbarkeit des gesamten Angebots sorgt. Hier besteht das größte Potenzial, durch KI ein Kosten-Nutzen-optimiertes Betriebsmodell zu schaffen.
Viele Unternehmen stehen bei KI im Kundenservice noch am Anfang
Die Umfrage zeigt allerdings, dass die meisten Kundenservice-Abteilungen noch über eine niedrige bis mittlere Reife für den Einsatz von KI verfügen: Über alle Branchen hinweg sehen sich 60 Prozent der Befragten als "Nachzügler", 33 Prozent als "Anwender" und nur sieben Prozent als "KI-Innovatoren". Den größten Anteil von Anwendern und Innovatoren (in Summe 47%) hat der Groß- und Einzelhandel - hier spielt das Thema Kundenbindung traditionell eine wichtige Rolle. Dagegen gibt es in der Konsumgüterbranche bisher so gut wie keine Innovatoren. Insgesamt deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass viele Organisationen noch in den frühen Phasen der Implementierung von KI im Kundenservice sind.
"Gerade im europäischen Raum besteht in vielen Unternehmen Nachholbedarf, während der Vorsprung von Wettbewerbern in Asien, aber auch Amerika, schnell wächst", sagt Simone Schatto, Director bei Roland Berger, und empfiehlt ein ganzheitliches Vorgehen: "Es reicht eben nicht, nur einzelne Teilprozesse im Customer Service auf KI umzustellen, und sich dann mit Schnittstellenproblemen herumzuschlagen. Vielmehr gilt es, ein Gesamtkonzept und eine Strategie für einen KI-gestützten Kundenservice zu entwickeln." Dazu gehöre, klare Ziele zu definieren, die internen Strukturen und Prozesse entsprechend zu überarbeiten sowie Job-Profile und die nötige Aus- und Weiterbildung anzupassen. Technische Voraussetzungen wie der Zugang zu Daten in hoher Qualität, deren Strukturierung sowie die Auswahl der richtigen Technologien müssten ebenfalls ganzheitlich berücksichtigt werden.
Unternehmen sollten Rahmenbedingungen mitgestalten
Ein wichtiger Grund für Europas Rückstand liegt zudem in rechtlichen Vorgaben und gewachsenen Strukturen in Unternehmen, die eine Nutzung von KI schwieriger machen. Auch hier empfiehlt Schatto eine aktive Beteiligung: "Unternehmen sollten sich nicht von legislativen Einschränkungen abhalten lassen, sondern konkrete Anwendungsmöglichkeiten mit Technologieanbietern diskutieren sowie die nötigen internen Voraussetzungen dafür schaffen. Nur gemeinsam lassen sich die Rahmenbedingungen so gestalten, dass KI im Customer Service ihr volles Potenzial entfalten kann und ihre vielen Vorteile für Kunden und Unternehmen nutzbar werden."
Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: https://ots.de/Ep1MSN
Über Roland Berger
Roland Berger ist eine weltweit führende Strategieberatung mit einem breiten Leistungsangebot für alle relevanten Branchen und Unternehmensfunktionen. Roland Berger wurde 1967 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Die Strategieberatung ist vor allem für ihre Expertise in den Bereichen Transformation, industrieübergreifende Innovation und Performance-Steigerung bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in all ihren Projekten zu verankern. Roland Berger erzielte 2024 einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro.
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