Morgan, Stanley

Morgan Stanley: Bullenmarkt nur in den Schwellenländern

Veröffentlicht: 23.06.2009 um 10:39 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Mehr als ein Jahr lang waren die Schwellenländer-Börsen die Parias unter den globalen Aktienmärkten. Die Anleger mieden die Emerging Markets wie der Teufel das Weihwasser. Obwohl die Finanzkrise vom Westen ausging, glaubten die Investoren, ausgerechnet in den Schwellenländern zu hohen Risiken ausgesetzt zu sein.

Diese Ignoranz wurde jetzt in der Erholungsphase allerdings mit unterdurchschnittlichen Renditen bestraft. Die 10 Börsen, die sich seit Jahresbeginn weltweit am besten entwickelt haben, waren ausnahmslos Schwellenländer-Börsen. Dies verwundert nicht, denn die Leitindizes in Asien, Lateinamerika und Osteuropa sind zuvor unterschiedslos nach unten geprügelt worden. Niemand kümmerte sich darum, ob dies im Fall der einzelnen Unternehmen gerechtfertigt war, und wie dort die fundamentale Situation aussah. Es wurde alles auf Teufel komm raus verkauft.

Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass wir in den Schwellenländern trotz der jüngsten Erholung weiter enorm viele Aktien vorfinden, die noch stark unterbewertet sind, und gleichzeitig exzellente Perspektiven aufweisen. Dies wird - nachdem sich jetzt der Pulverdampf verzogen hat - auch immer mehr von den westlichen Institutionellen erkannt, die in den Schwellenländern wieder sukzessive Positionen aufbauen. Und auch die Emerging-Markets-Spezialisten unter den Analysten trauen sich wieder aus ihren Löchern.

Für Aufsehen sorgte Ende letzter Woche eine Stellungnahme von Jonathan Garner, dem Asien- und Schwellenländer-Chefstrategen von Morgan Stanley. Die Investmentbank Morgan Stanley gehört seit einigen Jahren eher zu den pessimistischen und konjunkturskeptischen Häusern. Dennoch - oder gerade deshalb - sieht man dort nur noch für die Schwellenländerbörsen nachhaltige Perspektiven.

Garner geht nicht nur davon aus, dass sich die asiatischen Märkte (ex Japan), und die übrigen Schwellenländerbörsen weiter überdurchschnittlich entwickeln werden. Er ist vielmehr der Meinung, dass es sich bei der dortigen Rallye um den einzigen „echten Bullenmarkt“ weltweit handle. Die Börsen der Emerging Markets seien nach der deutlichen Erholung der letzten Monate nicht etwa überbewertet. Stattdessen seien die Bewertungen jetzt lediglich wieder auf einem halbwegs vertretbaren Niveau angelangt. Das Durchschnitts-KGV der Aktien aus dem MSCI Emerging Markets Index befinde sich derzeit bei 15 - und zwar auf Basis der bereits berichteten Gewinne, und nicht etwa irgendwelcher Prognosen. Zugleich bestehe bei den Unternehmensgewinnen noch erheblicher Spielraum nach oben, sobald auch die Exportnachfrage wieder anspringe.

Dementsprechend, so Garner, sei der Kursverfall an den Schwellenländern im vergangenen Jahr maßlos übertrieben gewesen. Die Erholung habe jetzt die besten Chancen, in eine langjährige Kursrally einzumünden. Die fundamentalen Aussichten seien weit besser als in den entwickelten westlichen Industrienationen. Der Anteil der Schwellenländer am globalen Wachstum nehme stetig zu. Im laufenden Jahr seien Asien und die übrigen Emerging Markets die einzigen Regionen, die überhaupt Zuwachsraten erzielen würden. Besonders vielversprechend entwickle sich dabei die chinesische Wirtschaft. China Bruttoinlandsprodukt werde 2009 um geschätzte 7 Prozent und 2010 um 8 Prozent steigen.

Jonathan Garner von Morgan Stanley steht in einer längeren Reihe von Analysten, die jetzt wieder positiv zu den Schwellenländern Stellung nehmen. Dies findet auch wieder zunehmend Gehör. Allerdings setzte dieses Umdenken erst von wenigen Wochen ein, nachdem dem Großteil der Marktteilnehmer klar geworden ist, dass sich die Erholung verfestigt hat. Auch die Kapitalzuflüsse, die die Schwellenländerbörsen aus dem Westen verbuchen können, sind erst seit etwa zwei Monaten wieder positiv. Vor diesem Hintergrund ist es sehr wahrscheinlich, dass vor allem den Börsen Asiens im laufenden Jahr noch erhebliche Mittel zufließen werden.

Die Chancen stehen gut, dass das von Morgan Stanley prognostizierte Szenario eintrifft. Dann würde Asiens Aktienmärkten und den übrigen Schwellenländerbörsen ein nachhaltiger Bullenmarkt bevorstehen, der die Entwicklung an den Westbörsen deutlich in den Schatten stellt. Für jeden Anleger, der sich jetzt intensiv mit den Emerging Markets auseinandersetzt, sollte sich dies bald in barer Münze bezahlt machen.


ASIEN-TRENDS zeigt Ihnen Woche für Woche die lukrativsten Investment-Chancen Asiens auf - in der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregion der Erde. Dabei stehen Unternehmen mit Vervielfachungspotenzial im Vordergrund, aber es geht auch um Indizes und Rohstoffe, deren Chancen mit Optionsscheinen und Zertifikaten ausgelotet werden.

ASIEN-TRENDS erscheint immer bei Handlungsbedarf, aber mindestens einmal wöchentlich per E-Mail. Der Börsendienst wird von zahlreichen weiteren Services begleitet. 

Hier geht es zum kostenlosen Test

www.asien-trends.de

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 20297075 |