Moore-Renaturierung: Nabu fordert 7% CO2-Einsparung durch Wiedervernässung
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der anhaltenden Debatte um wirksame Klimaschutzinstrumente rückt der Zustand der deutschen Moore verstärkt in den Fokus. Angesichts einer Wetterlage, die durch Hitze, Dürreperioden und sinkende Pegelstände in den Gewässern geprägt ist, mahnte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nun tiefgreifende Maßnahmen an.
Nabu-Chef Jörg-Andreas Krüger forderte Mitte August eine gezielte Renaturierung dieser Ökosysteme, um die nationale Klimabilanz nachhaltig zu verbessern.
Moore als kritischer Faktor für die CO2-Bilanz
Die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz resultiert vor allem aus ihrem Potenzial als Kohlenstoffspeicher. Im natürlichen, nassen Zustand binden Moore große Mengen CO2. In Deutschland stellt sich die Situation jedoch problematisch dar: Ein Großteil der Moorflächen ist entwässert, um sie land- oder forstwirtschaftlich nutzbar zu machen.
Krüger wies in diesem Zusammenhang auf die drastischen ökologischen Folgen hin. Den vorliegenden Daten zufolge verursachen diese entwässerten Flächen derzeit knapp 7 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland.
Durch die Entwässerung gelangt Sauerstoff in die Torfschichten, was zu einem Zersetzungsprozess führt, bei dem der gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre entweicht. Eine konsequente Wiedervernässung gilt daher unter Experten als eine der effizientesten Methoden, um diesen Prozess zu stoppen und den Ausstoß zu mindern.
Technische Anforderungen an die Wiedervernässung
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Für eine erfolgreiche Renaturierung definierte der 57-jährige Nabu-Präsident konkrete technische Parameter. Er forderte, das Wasser in den betroffenen Gebieten bis auf eine Marke von 4 cm unter der Geländeoberkante anzustauen. Dieses Zielniveau sei notwendig, um die Torfschichten dauerhaft feucht zu halten und die klimaschädliche Oxidation des organischen Materials zu unterbinden.
Die Umsetzung solcher Maßnahmen erfordert eine Anpassung des Wassermanagements in den betroffenen Regionen. Dies gilt insbesondere in Zeiten zunehmender Trockenheit, in denen der Wettbewerb um knappe Wasserressourcen zwischen Landwirtschaft, Industrie und Naturschutz zunimmt. Die Forderung zielt darauf ab, die Moore wieder in einen Zustand zu versetzen, in dem sie ihre Funktion als natürliche Klimaschützer und Wasserspeicher wahrnehmen können.
Appell an die Öffentlichkeit angesichts der Wetterlage
Krüger verknüpfte seine fachlichen Forderungen mit einem eindringlichen Appell zur allgemeinen Wahrnehmung der Klimakrise. Er verwies auf die gegenwärtigen meteorologischen Extreme und forderte dazu auf, die Veränderungen unmittelbar vor der eigenen Haustür wahrzunehmen.
Mit der Aufforderung, den Blick aus dem Fenster zu richten, unterstrich er die Dringlichkeit, die aktuellen Wetterphänomene als Symptome einer tiefgreifenden klimatischen Instabilität zu begreifen.
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Die Renaturierung von Mooren wird in Fachkreisen zunehmend als zentraler Baustein der Environmental Social Governance (ESG) diskutiert. Unternehmen und staatliche Akteure stehen vor der Herausforderung, Landnutzungskonzepte zu entwickeln, die sowohl ökonomischen Anforderungen als auch den notwendigen Klimazielen gerecht werden.
Die Forderungen des Nabu erhöhen in diesem Kontext den Druck auf die politischen Entscheidungsträger, den Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Kohlenstoffsenken rechtlich und finanziell stärker zu priorisieren.
