Modern Slavery Act: K+S legt Compliance-Bericht vor
29.05.2026 - 10:26:11 | boerse-global.deDer deutsche Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat am heutigen Freitag seinen Bericht zur Bekämpfung moderner Sklaverei vorgelegt. Das Dokument erfüllt die gesetzlichen Auflagen des britischen Modern Slavery Act 2015 sowie des kanadischen Gesetzes gegen Zwangs- und Kinderarbeit in Lieferketten (S-211). Der Konzern mit Hauptsitz in Kassel beschäftigt rund 11.500 Mitarbeiter und betreibt Produktionsstätten in Deutschland sowie am Standort Bethune in Kanada.
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Prävention entlang der gesamten Lieferkette
Der Bericht beschreibt die Governance-Strukturen, internen Richtlinien und Risikomanagementprozesse, mit denen der K+S-Konzern Zwangs- und Kinderarbeit in den eigenen Betrieben und Lieferketten verhindern will. Die Berichtspflicht betrifft mehrere Konzerngesellschaften: Neben der K+S AG und der K+S Minerals and Agriculture GmbH in Kassel sind auch die K+S UK & Eire Ltd. mit Sitz in Hertford sowie die kanadischen Töchter K+S Canada Holdings Ltd und K+S Potash Canada GP in Vancouver erfasst.
Branche im Wandel: Nachhaltigkeitsberichte und Zertifizierungen
Die Veröffentlichung reiht sich ein in eine Serie von Compliance- und Nachhaltigkeitsmeldungen der Bergbau- und Chemiebranche in diesem Frühjahr. Erst am Donnerstag legte Fortuna Mining Corp seinen Nachhaltigkeitsbericht für 2025 vor. Das Unternehmen meldete, dass alle Minen nach ISO 45001 und 14001 zertifiziert sind. Die CO2-Intensität lag bei 0,41 Tonnen pro Unze geförderten Goldes, 17 Prozent der Energie stammten aus erneuerbaren Quellen.
Auch andere Branchengrößen aktualisierten in den vergangenen Wochen ihre Compliance-Dokumentation. Glencore veröffentlichte am 7. Mai seinen Ethik- und Compliance-Bericht für 2025, gefolgt vom Bericht über Zahlungen an Regierungen am 8. Mai. Zuvor hatte der Rohstoffkonzern Ende April bereits seinen Nachhaltigkeitsbericht und den Produktionsbericht für das erste Quartal 2026 vorgelegt.
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Die EU-Kommission führt derzeit eine Konsultation zu einem Entwurf für einen freiwilligen Nachhaltigkeitsberichtsstandard durch. Die Frist endet am 3. Juni. Der Standard soll Unternehmen helfen, Informationsanfragen innerhalb ihrer Wertschöpfungsketten zu bewältigen.
Wirtschaftliche Herausforderungen für die Chemiebranche
Die Veröffentlichung dieser Compliance-Berichte fällt in eine Zeit geopolitischer und wirtschaftlicher Spannungen für die Chemie- und Kalibranche. Berichten zufolge haben deutsche Behörden die starke Abhängigkeit der USA von Kaliimporten als potenziellen Hebel in internationalen Handelsgesprächen identifiziert. Da die USA mehr als 90 Prozent ihres Kalis importieren, kommt der K+S-Mine in Bethune, Kanada, eine strategische Bedeutung zu.
Die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie trübt sich derweil weiter ein. Die Geschäftserwartungen fielen im Mai 2026 auf minus 42,0 Punkte – der tiefste Stand seit Herbst 2022. Das Münchner Ifo-Institut nennt hohe Energiekosten und den wachsenden Wettbewerbsdruck aus Asien als Hauptgründe für die pessimistische Prognose. Ein zwischenzeitlicher Konjunkturschub durch regionale Konflikte scheint verpufft zu sein.
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