Mittelstand und Bürger in Bayern investieren wenig
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 16:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas teilte der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) mit.
"Viele Unternehmen, die an sich Investitionsbedarf hätten, investieren derzeit nicht, stellen Investitionen in Deutschland zurück", sagte GVB-Chef Stefan Müller. Ganz ähnlich war der Trend bei den privaten Wohnungsbaudarlehen: Das Neugeschäft sank laut GVB um sieben Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. "Was bei den privaten Haushalten dazukommt, ist aufgrund der wirtschaftlichen Situation die Ungewissheit, wie es mit dem eigenen Arbeitsplatz letztendlich weitergeht", sagte Vorstand Alexander Leißl.
Die 170 Volks- und Raiffeisenbanken im Freistaat sind vor allem im ländlichen Raum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Vergeben die Geldinstitute weniger neue Firmenkredite, investieren die Unternehmen wenig. Einem Rückgang bei der Vergabe neuer privaten Wohnungsbaukredite folgt üblicherweise auch ein Rückgang des Wohnungsbaus.
Mehrere führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten zuletzt ihre Konjunkturprognosen deutlich angehoben, demnach könnte das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr die ein-Prozent-Marke überschreiten. Auch der Genossenschaftsverband geht davon aus, dass das zweite Halbjahr besser ausfällt als das erste. "Eine Trendwende ist nach unserer Einschätzung aber noch nicht erkennbar,", sagte GVB-Präsident Stefan Müller, und verlangte von der Bundesregierung Reformen anstelle von Ankündigungen. "Von denen haben wir jedenfalls schon genug gehört."
Optimistisch sind die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken jedenfalls in eigener Sache: Die Gewinne vor Steuern könnten demnach um rund 250 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro kräftig zulegen. Grund sind nach Leißls Worten vor allem die Zinseinnahmen.
