Mitbestimmung bei KI: MAN gewinnt Preis für Rahmenvereinbarung
24.06.2026 - 05:19:13 | boerse-global.de
Die Auszeichnung des DGB Bayern würdigt eine Rahmenkonzernbetriebsvereinbarung zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ministerpräsident Dr. Markus Söder hielt die Laudatio in der Staatskanzlei.
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Mitbestimmung bei KI bleibt gewahrt
Im Zentrum der Ehrung steht eine Vereinbarung, die den Umgang mit KI-Technologien im Konzern regelt. Die Betriebsratsvorsitzende Karina Schnur betonte, der Schwerpunkt liege darauf, dass die Mitbestimmung der Arbeitnehmervertreter auch bei technologischen Innovationen gewahrt bleibe. Die Vereinbarung ziele darauf ab, KI-Anwendungen so zu gestalten, dass sie Beschäftigte unterstützen, anstatt sie zu ersetzen.
Horst Ott, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, hob hervor, dass KI die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und gleichzeitig Beschäftigung sichern könne – sofern die Perspektive der Arbeitnehmer konsequent einbezogen werde. Die bei MAN München erarbeiteten Standards haben bereits andere Marken innerhalb des Konzernverbunds übernommen. Der Betriebsrat am Standort besteht aus 35 Mitgliedern, zehn von ihnen sind für ihre Aufgaben freigestellt.
KI erobert den deutschen Mittelstand
Die Relevanz solcher Vereinbarungen unterstreichen aktuelle Branchendaten. Laut einer Bitkom-Studie vom Mai 2026 nutzen bereits 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz. Eine PwC-Studie deutet zudem darauf hin, dass eine Mischstrategie aus menschlicher Arbeit und KI-Unterstützung ein Personalwachstum von 52 Prozent ermöglichen könnte. Bei reiner Automatisierung liegt der Wert lediglich bei 36 Prozent.
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Parallel zur digitalen Transformation treibt MAN die Elektrifizierung seiner Flotte voran. Seit dem Serienstart vor etwa einem Jahr entstanden im Werk München rund 1.300 schwere Elektro-Lkw. Das Unternehmen setzt auf Mischproduktion: Elektro- und Diesel-Fahrzeuge laufen auf derselben Linie vom Band. Die tägliche Produktionskapazität liegt bei etwa 100 Lastkraftwagen. Um diesen Wandel zu begleiten, qualifizierte MAN bereits über 5.000 der insgesamt 8.030 Beschäftigten im Bereich Hochvolttechnologie.
Spannungen bei Volkswagen
Während bei MAN die einvernehmliche Gestaltung des Wandels im Fokus steht, berichten Arbeitnehmervertreter bei anderen Branchengrößen von Konflikten. Auf einer Betriebsversammlung am 23. Juni 2026 in Baunatal kritisierte Betriebsratschef Carsten Büchling die Kommunikation der VW-Konzernspitze als mangelhaft. Vor rund 6.000 Beschäftigten verwies er auf Pläne, in Deutschland bis 2030 bis zu 50.000 Stellen abzubauen.
Trotz der Herausforderungen zeigt sich die operative Auslastung einzelner Werke stabil. Laut Werkleiter Ingo Spengler stammen derzeit rund 50 Prozent aller Elektroantriebe des VW-Konzerns aus dem Werk Baunatal. Bei MAN in München arbeitet man derweil an ergänzenden digitalen Lösungen: In Zusammenarbeit mit dem Startup Fryte testet das Unternehmen reservierbare Lkw-Ladestationen in den Werken München, Dachau und Nürnberg. Vier Transportdienstleister optimieren damit ihre Logistikprozesse.
