Mitarbeiter-Benefits: 88% der Unternehmen können Wirkung nicht belegen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie aus Berichten von Mitte September 2026 hervorgeht, stehen viele Unternehmen bei der Verwaltung und Bewertung von Mitarbeiter-Benefits vor erheblichen strukturellen Problemen.
Der aktuelle Multibenefit Report 2026, der auf einer im Juli 2026 durchgeführten Online-Befragung von Probonio und Statista basiert, legt offen, dass eine große Mehrheit der Betriebe die Wirksamkeit ihrer angebotenen Zusatzleistungen nicht messen kann. An der Erhebung nahmen 100 Unternehmen mit einer Größe zwischen 50 und 1.000 Mitarbeitenden teil.
Mangelnde Datengrundlage und fehlende Erfolgskontrolle
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die fehlende Transparenz über den Nutzen der bereitgestellten Benefits. Demnach gaben 88 Prozent der befragten Unternehmen an, die Wirkung ihrer Mitarbeiter-Benefits nicht belegen zu können. Lediglich 12 Prozent der Firmen seien in der Lage, den Effekt aller angebotenen Leistungen nachzuweisen.
Diese Unsicherheit setzt sich bei der strategischen Planung fort. Laut dem Report können 43 Prozent der Unternehmen keine fundierte Aussage über den Return on Investment (ROI) ihrer Maßnahmen treffen. In der Folge basieren Entscheidungen über neue oder bestehende Angebote nur selten auf harten Fakten: Lediglich 15 Prozent der Betriebe entscheiden nach eigenen Angaben datenbasiert.
Hoher zeitlicher Aufwand für die Verwaltung
Neben der fehlenden Erfolgskontrolle stellt die administrative Belastung die Personalabteilungen vor große Herausforderungen. Die Hälfte der befragten Unternehmen investiert monatlich mindestens 11 Stunden in die Verwaltung der Benefits.
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Bei jedem sechsten Unternehmen liegt dieser Aufwand sogar bei über 21 Stunden pro Monat. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies einer zeitlichen Belastung von mindestens 250 Stunden für die Administration von Zusatzleistungen.
Dieser Zeitaufwand korreliert mit einer als schwierig empfundenen Prozessgestaltung. 57 Prozent der Befragten bezeichneten die Abläufe als extrem aufwendig. Dies wird unter anderem auf eine mangelnde Zentralisierung zurückgeführt.
Technologische Zersplitterung in den Personalabteilungen
Ein wesentlicher Grund für die Ineffizienz liegt in der verwendeten Software-Infrastruktur. Dem Multibenefit Report 2026 zufolge nutzen 90 Prozent der Unternehmen mindestens zwei verschiedene Tools oder Listen, um ihre Mitarbeiter-Benefits zu verwalten. Eine konsolidierte Übersicht scheint in der Praxis die Ausnahme zu sein: Nur 22 Prozent der Firmen gaben an, eine zentrale Plattform für die Verwaltung aller Zusatzleistungen einzusetzen.
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Die Ergebnisse der gemeinsamen Erhebung von Probonio und Statista verdeutlichen, dass trotz der hohen Relevanz von Mitarbeiter-Benefits für die Bindung von Fachkräften die internen Prozesse und die Erfolgsmessung in vielen mittelständischen Unternehmen noch nicht professionalisiert sind.
Während der administrative Aufwand durch dezentrale Lösungen hoch bleibe, fehle es gleichzeitig an Instrumenten, um den tatsächlichen Mehrwert der Investitionen für das Unternehmen sichtbar zu machen.
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