Minijob-Reform, Pauschalsteuer

Minijob-Reform: Pauschalsteuer für Arbeitgeber steigt auf 5%

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 05:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung einigt sich auf höhere Pauschalsteuer für Minijobs. Weitreichende Änderungen bei Rentenversicherungspflicht werden vertagt.

Minijob-Reform: Steigende Kosten für Arbeitgeber ab 2026
Ein verschwommener Euro-Münze auf einem Stapel Papiere und einem Stift, der finanzielle Debatten und politische Änderungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Modell bleibt erhalten, doch die Kosten für Arbeitgeber steigen deutlich.

In einer Sitzung des Koalitionsausschusses am 2. Juli 2026 einigten sich die Regierungsparteien auf einen Kompromiss. Die Pauschalsteuer für Arbeitgeber soll von zwei auf fünf Prozent steigen. Eine endgültige Entscheidung über weitergehende Reformen vertagte die Koalition auf den Herbst.

Rentenkommission will System umkrempeln

Grundlage der Debatte ist ein Vorschlag der Alterssicherungskommission vom 23. Juni 2026. Das Gremium empfiehlt, den Sonderstatus der Minijobs weitgehend aufzulösen. Ziel: Die Beschäftigten besser in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren.

Konkret sollen alle Minijobber künftig pflichtig in der Rentenversicherung sein. Die bisherige Möglichkeit, sich befreien zu lassen (Opt-out), würde entfallen. Ausnahmen plant die Kommission nur für Schüler. Zusätzlich sollen Minijobber einen Anspruch auf Krankengeld erhalten.

Merz und Söder stellen sich quer

Kanzler Merz machte in einem Fernsehinterview klar: Eine komplette Abschaffung der Minijobs sei nicht geplant. Damit stellte er sich gegen Forderungen aus der Rentenkommission.

Auch aus den Bundesländern kommt Widerstand. Bayerns Ministerpräsident Söder erklärte die Abschaffungspläne für beendet und plädierte für den Erhalt der Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt.

Anzeige

Angesichts der geplanten Reformen und steigender Kosten ist ein rechtssicherer Rahmen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse wichtiger denn je. Diese kostenlose Mustervorlage hilft Ihnen, Minijob-Verträge in wenigen Minuten rechtssicher und auf dem neuesten Stand zu erstellen. Arbeitsvertrag für Minijobber in wenigen Minuten fertig – kostenlos und rechtssicher

Neuregelung bereits in Kraft

Seit dem 1. Juli 2026 gilt eine erste Neuerung: Minijobber, die zuvor von der Rentenversicherungspflicht befreit waren, können einmalig zurückkehren. Die Politik will so die Beitragszahlerbasis in der Rentenversicherung verbreitern.

Millionen Beschäftigte betroffen

Im ersten Quartal 2026 arbeiteten rund 6,8 Millionen Menschen in Minijobs. Davon entfallen 6,55 Millionen auf den gewerblichen Bereich und 252.000 auf private Haushalte. Die Verdienstgrenze liegt aktuell bei 603 Euro monatlich.

Besonders viele Minijobber arbeiten im Handel (über eine Million) und im Gastgewerbe (rund 873.000). Die Verbände DEHOGA und BDA warnen vor bürokratischem Mehraufwand und einer Gefährdung von Arbeitsplätzen.

Anzeige

Die neuen gesetzlichen Grenzwerte und Meldepflichten erhöhen das Risiko für Nachzahlungen bei der nächsten Betriebsprüfung erheblich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie Minijobber legal abrechnen und sich vor teuren Fehlern schützen. Minijobber legal und sicher abrechnen: So schützen Sie sich vor kostspieligen Nachforderungen

IAB-Chef warnt vor Schwarzarbeit

Der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Fitzenberger, schlug einen Kompromiss vor: eine Bagatellgrenze von 250 Euro pro Monat. Ohne eine solche Grenze drohe kleinteilige Beschäftigung in die Schwarzarbeit abzuwandern.

Das Gesetzespaket soll bis Ende 2026 verabschiedet werden. Ein Inkrafttreten der wesentlichen Änderungen wird frühestens für Anfang 2027 erwartet. Für das kommende Jahr ist bereits eine Anhebung der Verdienstgrenze auf 633 Euro vorgesehen – sofern keine grundlegende Systemänderung erfolgt.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69784219 |