Mindestlohn, Erhöhung

Mindestlohn: 14 Prozent Erhöhung für Millionen Beschäftigte

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundeskabinett beschließt Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro. Minijob-Grenzen steigen, Amazon zahlt mehr, doch regionale Lohnunterschiede bleiben bestehen.

Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro: Das ändert sich 2026
Ein moderner Schreibtisch mit einem Tablet, das Finanzdiagramme anzeigt, als Symbol für Lohnentwicklung und Wirtschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 1. Januar 2026 liegt die Lohnuntergrenze bei 13,90 Euro pro Stunde. Ein Jahr später steigt sie auf 14,60 Euro. Das entspricht einer Steigerung von knapp 14 Prozent. Rund 6,6 Millionen Beschäftigte profitieren von der Anhebung.

Minijob-Grenzen steigen mit

Mit dem höheren Mindestlohn verschieben sich auch die Verdienstgrenzen für Minijobs. Ab Januar 2026 sind monatlich bis zu 603 Euro steuerfrei möglich. Ein Jahr später steigt die Grenze auf 633 Euro.

Die Bundesregierung plant offenbar weitergehende Reformen: Der Sonderstatus von Minijobs soll künftig vor allem Schülern vorbehalten bleiben. Andere Minijobber müssten dann voll in die Rentenversicherung einzahlen. Die Wirtschaft, besonders die Gastronomie, warnt vor mehr Bürokratie und Personalmangel.

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Amazon erhöht über das Minimum

Der Online-Händler Amazon geht freiwillig über das gesetzliche Niveau hinaus. Ab September 2026 steigt der Einstiegslohn für Logistikmitarbeiter auf durchschnittlich 16,66 Euro pro Stunde – ein Plus von 4,1 Prozent. Nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit sind es 18,87 Euro.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Erhöhungen dennoch. Sie fordert rechtsverbindliche Tarifverträge, da die aktuellen Steigerungen ohne tarifliche Bindung erfolgen. Amazon treibt parallel den Ausbau voran: Ein neues Logistikzentrum in Zweibrücken soll Ende 2026 eröffnen und 1.000 Jobs schaffen. Ein weiterer Standort in Könnern ist für 2027/2028 geplant.

Löhne steigen – aber nicht überall

Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt den Aufwärtstrend. Das Medianentgelt aller Vollzeitbeschäftigten lag 2025 bei 4.217 Euro – ein Plus von 5,1 Prozent. Die Inflation betrug im selben Zeitraum 2,2 Prozent.

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Besonders Hilfskräfte profitierten: Ihre Bruttolöhne stiegen seit 2018 um 33 Prozent. Spezialisten legten im gleichen Zeitraum nur 20 Prozent zu. In der Altenpflege betrug der Zuwachs für Fachkräfte sogar 54 Prozent – auf 4.438 Euro im Median.

Dennoch bleiben Unterschiede bestehen. Hamburg führt mit 4.768 Euro, Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 3.497 Euro. Der Gender-Pay-Gap beträgt 309 Euro. Fachkräfte mit Berufsabschluss verdienten 2025 im Median 4.069 Euro, Akademiker kamen auf 6.146 Euro.

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