MIKA-Projekt, Ausbilder

MIKA-Projekt: Mehr als 400 Ausbilder lernen digitale Kompetenzen für den Betrieb

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
MIKA qualifiziert Ausbildungspersonal mit digitalen Lernformaten; zugleich bleiben Kosten, Betreuung und Infrastruktur wichtige Hürden.
Ein moderner, minimalistisch gestalteter Ausbildungsraum mit Holztischen und Werkzeugen in einer hellen, professionellen Lernumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Vermittlung digitaler Fertigkeiten gewinnt im Ausbildungsalltag zunehmend an Gewicht. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat am 19. Oktober 2026 in einem Fachbeitrag mit dem Titel Lernen im Übergang dargelegt, wie Ausbildende digitale Kompetenzen aufbauen und in die betriebliche Praxis übertragen können.

Grundlage der Analyse ist das Projekt MIKA (Medien- und IT-Kompetenz für Ausbildungspersonal), das Weiterbildungskonzepte für das betriebliche Ausbildungspersonal erprobt und bereitstellt.

Weiterbildungskonzepte und digitale Werkzeuge

Die Qualifizierung im Rahmen von MIKA setzt auf ein gemischtes Lernformat. Das Programm kombiniert Präsenzphasen, Webinare und Selbstlernphasen mit anwendungsorientierter Projektarbeit. Die Teilnehmenden erstellen unter anderem Erklärvideos, digitale Aufgaben und Quiz-Formate, um Lerninhalte zeitgemäß aufzubereiten.

Für die Umsetzung stehen verschiedene digitale Werkzeuge zur Verfügung:
* Der MIKA-Campus dient als zentrale Lernumgebung.
* Das MIKA-Game adressiert Themen wie Datenschutz und Medienreflexion.
* Die Anwendung MIKA-Do fungiert als DSGVO-konforme Pinnwand; für dieses Werkzeug sind zudem KI-Funktionen geplant.
* Das Angebot MIKA-OER unterstützt die Kooperation der Lernorte durch frei zugängliche Bildungsmaterialien.

Seit dem bundesweiten Rollout verzeichnet das Vorhaben eine breite Beteiligung. Laut Projektangaben beteiligen sich mehr als 100 Partnerinstitutionen an der Initiative. An über 20 Standorten haben bislang über 400 Ausbilder an den Programmen teilgenommen, während mehr als 170 MIKA-Trainer qualifiziert wurden.

Praxiseinsatz von KI und Lernaufgaben im Betrieb

Fragen der praktischen Umsetzung standen auch bei regionalen Kammerveranstaltungen im Fokus. Am 28. Oktober 2026 nahmen rund 120 Ausbildungsverantwortliche am ersten Tag der Ausbildung der IHK Lüneburg-Wolfsburg in der Ritterakademie Lüneburg teil. Auf der Agenda standen neben dem Einsatz von künstlicher Intelligenz auch die Eigenverantwortung von Auszubildenden sowie der Umgang mit psychischen Belastungen.

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Im Rahmen eines KI-Workshops dieser Veranstaltung wurde thematisiert, wie Lernaufgaben konkrete Situationen im Betrieb aufgreifen können. Entscheidend sei dabei das anschließende Gespräch, in dem überprüft wird, ob Auszubildende ihre Beobachtungen nachvollziehbar erläutern und Alternativen reflektiert abwägen können.

Darüber hinaus kann künstliche Intelligenz dazu genutzt werden, Entwürfe für die betriebliche Einsatzplanung sowie Lernaufträge zu erstellen, die anschließend fachlich geprüft und individuell angepasst werden müssen.

Skeptischer Blick auf Lernergebnisse und infrastrukturelle Hürden

Trotz des wachsenden Interesses an digitalen Formaten bleibt die Beurteilung der Effekte differenziert. Ein im Monitor Digitale Bildung veröffentlichter Datenvergleich der Bertelsmann Stiftung, verfasst von Julia Hense, zeigt, dass digitale Lernmedien zwar allgemein als motivierend wahrgenommen werden, eine tatsächliche Verbesserung der Lernergebnisse in allen vier Bildungssektoren jedoch skeptisch beurteilt wird.

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Zudem identifiziert der Monitor sektorbezogene Hürden beim Medieneinsatz:
* Kosten und Betreuung: In den Bereichen Schule und Ausbildung werden höhere Kosten als in Hochschule und Weiterbildung wahrgenommen.

Zudem wird eine fehlende professionelle Betreuung der digitalen Infrastruktur vor allem in Schule und Weiterbildung als Belastung gesehen.
* Technik und Recht: Während die Zuverlässigkeit der Endgeräte in Schule und Weiterbildung ausschlaggebend ist, stellen rechtliche Fragestellungen insbesondere in Hochschule und Weiterbildung eine größere Hürde dar.
* Arbeitsaufwand: Ein nicht angerechneter Mehraufwand wird sektorenübergreifend in der betrieblichen Ausbildung, in der Weiterbildung sowie an Hochschulen bemängelt.

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