Mieten, Großstädten

Mieten in Großstädten: 32 Prozent empfinden ihre Wohnkosten als zu hoch

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Forsa-Erhebung zeigt Altersunterschiede bei der Mietbelastung und breite Zustimmung zu strengeren staatlichen Eingriffen.

Mieten in Großstädten: Jüngere empfinden Wohnkosten häufiger als zu hoch
Moderne, minimalistische Wohnhausfassade in einer dichten Großstadt bei Dämmerung mit warmem Licht in den Fenstern. Illustration mit AI erstellt.

Rund ein Drittel der Mieterinnen und Mieter in deutschen Großstädten empfindet die eigenen Wohnkosten als übermäßig belastend. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes gaben 32 Prozent der Befragten an, ihre eigene Miete für zu hoch zu halten.

Demgegenüber bezeichneten 64 Prozent der großstädtischen Mieter ihre aktuelle Miethöhe als angemessen. Zwischen Ost- und Westdeutschland zeigen sich bei der Beurteilung der eigenen Wohnkosten laut der Erhebung kaum Unterschiede.

Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen

Die Wahrnehmung der Mietbelastung hängt maßgeblich vom Lebensalter ab. Bei den unter 30-Jährigen beurteilen 44 Prozent ihre Wohnkosten als zu hoch. In der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen teilen 38 Prozent diese Einschätzung.

Deutlich entspannter stellt sich die Situation bei älteren Mietern dar: Unter den über 60-Jährigen betrachten lediglich 17 Prozent die verlangte Miete als zu hoch. Ältere Jahrgänge profitieren häufiger von länger laufenden Bestandsverträgen, während jüngere Menschen vermehrt von den gestiegenen Preisen bei Neuvermietungen betroffen sind.

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Breite Zustimmung zu staatlichen Regulierungen

Große Einigkeit herrscht unter den Befragten bei der Frage nach möglichen politischen Gegenmaßnahmen. Als besonders wirkungsvoll betrachten 89 Prozent schärfere Strafen bei Wuchermieten. Eine Verschärfung der Mietpreisbremse stufen 75 Prozent der Umfrageteilnehmer als effektives Instrument ein. Zudem sprachen sich 67 Prozent dafür aus, Mieterhöhungen gesetzlich zu begrenzen.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse erhöhen die Interessenvertretungen den Druck auf die Politik. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Deutsche Mieterbund verlangen mehr Tempo bei mietrechtlichen Reformen sowie die Einführung eines bundesweiten Mietenstopps. Als Beleg für die Dringlichkeit verweisen die Verbände auf die Situation in Berlin: Dort liege derzeit rund die Hälfte der inserierten Wohnungen über der gesetzlich zulässigen Miethöhe.

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Die angespannte Lage auf den Wohnungsmärkten steht auch im Zentrum politischer Gespräche. Für Donnerstag ist in Berlin ein Spitzentreffen angesetzt, an dem Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sowie wohnungspolitische Fachleute der Bundestagsfraktionen mit Ausnahme der AfD teilnehmen.

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