Microsoft-Zertifikate: Massive Systemausfälle seit 18. Juli
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit dem 18. Juli sorgt der Ablauf alter Secure-Boot-Zertifikate für massive Störungen. Besonders große Firmen kämpfen mit Systemausfällen.
BitLocker-Schleifen und ausgefallene Rechner
Die im Jahr 2011 ausgestellten Secure-Boot-Zertifikate von Microsoft sind abgelaufen. Unternehmen müssen nun auf eine Zertifikatskette von 2023 migrieren. Ohne diesen Schritt erhalten betroffene Rechner keine Updates mehr für Boot-Komponenten.
Microsoft hatte den Übergang lange vorbereitet. Dennoch berichten Administratoren von erheblichen Problemen bei der Implementierung. Betroffen sind vor allem Unternehmen mit mehr als 7.000 Geräten.
Dort kommt es vermehrt zu Systemausfällen und BitLocker-Wiederherstellungsschleifen. Die Aktualisierung der Sicherheitsschlüssel schlägt fehl, die Festplattenverschlüsselung verweigert den Zugriff. Experten raten zu einem gestaffelten Rollout und vorheriger Hardware-Prüfung.
Eine letzte Frist für die vollständige Migration hat Microsoft auf den 19. Oktober 2026 gesetzt. IT-Verantwortliche können den Status ihrer Systeme bereits seit Mai über PowerShell-Abfragen überwachen.
Notfall-Updates nach Hardware-Konflikten
Doch die Zertifikats-Problematik ist nicht alles. Microsoft musste das Update KB5101650 für bestimmte Rechner stoppen. Bei Modellen von Dell, HP und Lenovo mit Intel-Prozessoren kam es zu Leistungseinbrüchen, Akkuentladungen und Überhitzungen.
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Ursache ist ein Konflikt zwischen dem Intel-IPF-Treiber und dem USB-C-Connection-Manager. Microsoft veröffentlichte daraufhin am 18. und 19. Juli das Notfall-Update KB5121767. Es richtet sich gezielt an Nutzer der Serien OptiPlex, Precision und XPS.
Parallel dazu stellte das Unternehmen drei Recovery-Updates für Windows 11 bereit. Diese beheben Probleme bei der OLE-Automatisierung, die seit Juni bekannt waren.
WSUS-Ausfälle und Sicherheits-Alarm
Auch die Server-Infrastruktur bleibt nicht verschont. Am 20. Juli bestätigte Microsoft Synchronisationsfehler beim Windows Server Update Services (WSUS). Die Störungen traten infolge der kumulativen Sicherheitsupdates vom 14. Juli auf.
Grund für die Timeouts: eine übermäßige Anhäufung von Veröffentlichungsmetadaten. Für Neuinstallationen existiert seit dem 18. Juli eine Abhilfe. Für bereits betroffene Server arbeitet Microsoft noch an einer automatisierten Lösung.
Der Patch-Day am 14. Juli verdeutlichte zudem die angespannte Sicherheitslage. Microsoft schloss mehr als 570 Sicherheitslücken, 59 davon als kritisch eingestuft. Besonders brisant: Die US-Behörde CISA warnt vor Schwachstellen in SharePoint (CVE-2026-58644) mit einer Risikobewertung von 9,8.
Angreifer können damit Schadcode ohne vorherige Authentifizierung ausführen. US-Behörden mussten die Fehler bis zum 19. Juli beheben. Zeitgleich endete am 14. Juli der Support für SQL Server 2016 sowie SharePoint Server 2016 und 2019.
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Neue Rettungsfunktionen für Windows
Trotz der Störungen bringt Microsoft auch neue Funktionen. Seit dem 18. Juli steht „Point-in-Time-Restore“ zur Verfügung. Das System erstellt alle 24 Stunden automatisch Wiederherstellungspunkte über den Volumenschattenkopie-Dienst (VSS).
Voraussetzung: Die Systempartition muss größer als 200 GB sein. Die Sicherungen werden für 72 Stunden vorgehalten. Zudem testet Microsoft im Insider-Programm eine Cloud-Neuinstallation direkt über die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE). Das Ziel: weniger Abhängigkeit von physischen Installationsmedien bei Systemdefekten.
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