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Microsoft Teams: KI erkennt Phishing auch ohne Links und Anhänge

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 01:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft plant ab November eine kontextbasierte Erkennung von Betrugsversuchen in Teams; der weltweite Start ist für Dezember vorgesehen.
Ein minimalistischer, heller Büroarbeitsplatz mit einem leeren Holztisch und einer Pflanze vor einer neutralen Wand. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft rüstet seine Kommunikationsplattform Microsoft Teams ab Anfang November 2026 mit einer neuen Sicherheitsfunktion auf. Eine künstliche Intelligenz soll Phishing-Versuche, Social Engineering, Identitätsdiebstahl sowie böswillige Täuschungsabsichten künftig auch dann erkennen, wenn Nachrichten weder verdächtige Weblinks noch schädliche Dateianhänge enthalten. Das System analysiert stattdessen den textlichen Kontext eingehender Nachrichten, um neuartige Bedrohungsmuster abzufangen.

Automatischer Schutz bei Kontakten mit externen Personen

Der Schwerpunkt des neuen Abwehrmechanismus liegt auf Erstkontakt-Chats, die von externen Nutzern ausgehen. Gerade bei solchen initialen Kontaktaufnahmen versuchen Angreifer häufig, Vertrauen aufzubauen, ohne sofort technisch nachweisbare Schadsoftware zu übertragen. Für Administratoren in Unternehmen entsteht durch die Neuerung kein zusätzlicher Konfigurationsaufwand, da die Sicherheitsfunktion ohne manuelle Einrichtung greift.

Microsoft versichert zudem, dass Nachrichteninhalte nicht dauerhaft für ein Modelltraining oder sekundäre Zwecke gespeichert werden. Während einer ersten Validierungsphase wird die Erkennung unter Umständen zunächst im Hintergrund betrieben, um die Zuverlässigkeit der Analysen zu überprüfen.

Die Bereitstellung erfolgt in mehreren Stufen. Der sogenannte Targeted Release startet Anfang November 2026 und soll bis Mitte November 2026 abgeschlossen sein. Die weltweite Verfügbarkeit für alle Teams-Nutzer ist für den Zeitraum zwischen Anfang und Mitte Dezember 2026 vorgesehen.

Wachsender Fokus auf kontextbasierte Betrugsabwehr

Der Schritt von Microsoft reiht sich in eine branchenweite Entwicklung ein, bei der Sicherheitsmechanismen zunehmend auf das Verstehen von Zusammenhängen statt auf rein statische Prüfungen setzen. Auch Google verstärkt die Schutzvorkehrungen in seinen Kommunikations- und Webanwendungen.

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In Google Messages für Android rollt der Konzern aktuell einen erweiterten Schutz in einer Beta-Version aus. Eine Betrugserkennung setzt dort auf Cloud-Gemini-Modelle zur Analyse des Gesprächsverlaufs bei unbekannten Absendern, wobei die Verarbeitung verschlüsselt über Android Private AI Compute erfolgt.

Zusätzlich umfasst dieser Schutz in Messages eine Prüfung von Weblinks mithilfe von On-Device-Gemini-Nano und Websignalen in Echtzeit. Diese Link-Prüfung steht unter anderem auf Geräten der Reihen Pixel 10+, Samsung Galaxy S26 sowie Z Flip 8 und Z Fold 8 bereit. Nutzer können den erweiterten Schutz in den Einstellungen unter Schutz & Sicherheit optional über drei Stufen konfigurieren.

Erweiterte Schutzmechanismen im Webbrowser

Auch im Browser Chrome setzt Google auf eine Kombination aus Verhaltensprüfung und maschinellem Lernen. Seit dem 20. Oktober 2026 gilt dort für Anwender mit aktivem erweitertem Schutz eine zusätzliche Warnstufe für verdächtige Websites, die durch ein Schild-Symbol in der Adressleiste signalisiert wird. Die klassische rote Vollbildwarnung bleibt weiterhin bekannten Schadseiten vorbehalten.

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Zur genaueren Betrugserkennung verlagert Chrome Analysen vom lokalen Gerät auf externe Server, um dargestellte Marken, den eigentlichen Zweck von Webseiten sowie Betrugswahrscheinlichkeiten zu erfassen.

Flankiert wird dies durch einen Schutzmechanismus namens ClickFix: Werden potenziell schädliche Befehle kopiert, entfernt das System persönliche Informationen aus der Zwischenablage und sendet die Daten zur Sicherheitsprüfung, bevor eine Ausführung gewarnt wird.

Diese Schutzebenen greifen ausschließlich bei aktivierter erweiterter Sicherheitsstufe, die laut Unternehmensangaben bei der letzten Zählung im Jahr 2025 von mehr als einer Milliarde Nutzern verwendet wurde.

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