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Microsoft Edge: Neuer Schutz gegen betrügerische Benachrichtigungen ab September

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden warnen vor manipulierten QR-Codes und Cloud-Phishing. Microsoft kündigt Sicherheitsupdates an, während Cyberkriminelle neue Wege finden.

Quishing-Warnung: Betrug mit QR-Codes und Phishing-Angriffe nehmen zu
Eine Hand hält ein Smartphone, um einen manipulierten QR-Code an einer Parkuhr zu scannen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Polizeipräsidium Freiburg hat am 13. August 2026 eine Warnung vor sogenannten Quishing-Angriffen herausgegeben. Bei dieser Betrugsmasche geben sich Kriminelle als Bankmitarbeiter aus und verleiten ihre Opfer dazu, manipulierte QR-Codes zu scannen. Ziel dieser Angriffe ist der Diebstahl von Kreditkartendaten. Nach Angaben der Behörde sind dadurch bereits Vermögensschäden in Höhe von mehreren zehntausend Euro entstanden.

QR-Code-Manipulationen an Parkuhren und in Praxen

Die Warnung aus Freiburg steht im Kontext einer regional übergreifenden Zunahme von QR-Code-Betrug. Die Landespolizei Liechtenstein berichtete am 12. August 2026 von ähnlichen Vorfällen, bei denen Betrüger echte QR-Codes an Parkuhren mit gefälschten Aufklebern überdeckten. Auch hier zielten die Angreifer auf die Erfassung von Kreditkartendaten ab. Betroffene wurden aufgefordert, umgehend ihre Bank zu informieren und Anzeige zu erstatten.

International zeigt sich ein ähnliches Bild: In Arztpraxen, wie dem Totnes Community Hospital im Vereinigten Königreich, nutzen Kriminelle gefälschte QR-Codes, um Zugriff auf persönliche Informationen wie Medicare-Nummern und Finanzdaten zu erhalten.

In einem dokumentierten Fall verlor ein Opfer 146,79 Britische Pfund. Experten raten dazu, QR-Codes ausschließlich innerhalb offizieller Bezahl-Apps zu scannen und die Codes vor der Nutzung physisch auf Manipulationen zu prüfen.

Massive Zunahme von Phishing über Cloud-Dienste

Neben der physischen Manipulation von QR-Codes nehmen digitale Phishing-Angriffe über Cloud-Infrastrukturen zu. Der Sicherheitsdienstleister Kaspersky meldete am 12. August 2026 rund 390.000 Phishing-Angriffe innerhalb der letzten 12 Monate, die über Dienste wie Cloudflare Workers, Vercel, Netlify oder GitHub Pages abgewickelt wurden.

Dabei kommen laut Kaspersky häufig mehrstufige Verfahren zum Einsatz, darunter die sogenannte Browser-in-the-Browser-Technik. Die Angreifer fälschen Microsoft-365-Anmeldeseiten, um Passwörter, Sitzungs-Cookies und Codes für die Mehrfaktor-Authentisierung (MFA) abzugreifen. Diese Adversary-in-the-Middle-Angriffe stellen eine erhebliche Bedrohung für Unternehmensnetzwerke dar.

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Microsoft verschärft Sicherheitsvorgaben für Browser und Konten

Als Reaktion auf die veränderte Bedrohungslage kündigte Microsoft technologische Anpassungen an. Ab September 2026 erhält der Browser Microsoft Edge einen automatischen Schutz gegen betrügerische Benachrichtigungen. Die Funktion blockiert gezielt Meldungen, die auf Webseiten führen, welche bereits vom Defender SmartScreen als gefährlich eingestuft wurden.

Zudem plant Microsoft eine grundlegende Änderung bei der Identitätsprüfung. Wie das Unternehmen am 12. August 2026 mitteilte, wird die Authentifizierung via SMS und Sprache für Entra-ID-Nutzer zum 1. Februar 2027 abgeschaltet. Grund hierfür sei die Anfälligkeit gegenüber KI-gestütztem Phishing und SIM-Swapping. Als sicherere Alternative wird der Umstieg auf Passkeys empfohlen.

Analyse der aktuellen Cyber-Sicherheitslage

Die Relevanz dieser Maßnahmen unterstreicht eine aktuelle Analyse des InfoGuard CSIRT, die rund 150 Cybervorfälle im ersten Halbjahr 2026 untersuchte. Demnach war Phishing mit 34 Prozent der häufigste Einfallsvektor, gefolgt von fehlender MFA mit 16 Prozent.

Besonders kritisch bewerten Experten das Fehlen einer Mehrfaktor-Authentisierung bei Ransomware-Angriffen: In sechs von zehn Fällen sei dies der entscheidende Faktor für den Erfolg der Angreifer gewesen.

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Neben den technisierten Angriffen bleibt klassisches Social Engineering eine Gefahr. Am 10. August 2026 erbeuteten Betrüger in Ludwigshafen 3900 Euro von einer 70-Jährigen, indem sie sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter ausgaben und Fernzugriff auf ihren Computer erhielten. Die Polizei betont in diesem Zusammenhang, dass Softwarehersteller Kunden niemals unaufgefordert telefonisch kontaktieren.

Aktuelle Warnungen betreffen zudem gefälschte E-Mails, die im Namen des Bundeszentralamts für Steuern versendet werden und eine Erstattung von 263 Euro versprechen. Die Verbraucherzentrale rät dazu, solche Nachrichten zu ignorieren und für steuerliche Angelegenheiten ausschließlich das offizielle ELSTER-Portal zu nutzen.

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