MiCA-Regulierung, Lizenzen

MiCA-Regulierung: 230 Lizenzen vergeben, 90% der Unternehmen scheitern

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die neue EU-Krypto-Regulierung MiCA zeigt erste Wirkung: Lizenzen vergeben, digitaler Euro geplant und private Stablecoins drängen auf den Markt.

MiCA-Verordnung: Europas Krypto-Markt im Umbruch
Ein stilisierter, leuchtender digitaler Euro mit EU-Flaggenmotiv, umgeben von digitalen Linien und Datenflüssen vor einer Finanzkulisse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit Juli gilt die neue EU-Verordnung für Krypto-Assets (MiCA) – und die ersten Auswirkungen sind deutlich spürbar.

Lizenzpflicht als Marktbereiniger

Die Umsetzung von MiCA hat zu einer massiven Selektion geführt. EU-weit wurden rund 230 Lizenzen vergeben. Deutschland liegt mit 56 Genehmigungen vorn, gefolgt von den Niederlanden (26) und Frankreich (21). Unternehmen ohne Lizenz müssen den EU-Markt verlassen.

Die Hürden sind hoch: Schätzungsweise 90 Prozent der europäischen Krypto-Unternehmen scheitern derzeit an den strengen Anforderungen. Zu den erfolgreichen Bewerbern gehört Paymonade, ein in Singapur gegründetes Unternehmen, das die neuen Regeln für den europäischen Markt umgesetzt hat.

Digitaler Euro: Verhandlungen starten

Parallel zur Regulierung treibt die EU das Projekt eines digitalen Euro voran. Die Verhandlungen dazu wurden heute aufgenommen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von US-Bezahlsystemen wie Visa und Mastercard zu verringern – allein 2023 verarbeiteten sie Transaktionen im Wert von 4,7 Billionen Euro in der EU.

Ein Pilotprojekt ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Beteiligt sein sollen unter anderem die Deutsche Bank, die DZ Bank und die Helaba. Eine offizielle Einführung wird frühestens 2029 erwartet. Für Verbraucher soll die Nutzung kostenfrei sein, diskutiert werden Haltedisziplinen zwischen 500 und 3.000 Euro.

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Private Stablecoins drängen auf den Markt

Auch private Anbieter sind aktiv. Crédit Agricole hat Anfang Juli den MiCA-konformen Token EURXT auf der Ethereum-Blockchain gestartet, zunächst mit 20 Millionen Token. Die erste Transaktion wurde in einen Geldmarktfonds von Amundi abgewickelt.

Meta setzt ebenfalls auf digitale Assets: Für Auszahlungen auf Instagram und Facebook nutzt der Konzern den Stablecoin USDC über die Netzwerke Solana und Polygon.

SWIFT setzt auf Blockchain

Die etablierte Finanzinfrastruktur passt sich an. SWIFT hat am 9. Juli ein Blockchain-basiertes Shared Ledger gestartet, gemeinsam mit 17 Banken. Das System soll grenzüberschreitende Zahlungen rund um die Uhr ermöglichen – ohne den regulierten Bankensektor zu verlassen.

Die EZB sieht in der Tokenisierung zudem eine Chance, den europäischen Kapitalmarkt zu vereinheitlichen und effizienter zu machen.

Strengere Regeln für ESG und Wertpapierhandel

Seit Juli unterliegen ESG-Ratingagenturen der Aufsicht durch die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA. Das soll mehr Transparenz bei Nachhaltigkeitsbewertungen bringen. Finanzminister aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und den Niederlanden fordern zudem schärfere Regeln für den Wertpapierhandel.

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Steuerpläne sorgen für Diskussionen

In Deutschland steht die steuerliche Behandlung von Kryptowerten in der Kritik. Die CDU attackiert Pläne zur Abschaffung der einjährigen Haltefrist für Bitcoin. Ab 2027 könnte eine Abgeltungsteuer greifen. Ein Aktionärsschützer warnte zudem vor den Risiken von Private-Equity-Beteiligungen an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

International bleibt der Druck hoch. Während in den USA neue Krypto-Gesetze diskutiert werden, fordern EU-Parlamentarier bereits eine Ausweitung der Regulierung auf DeFi, Staking und NFTs – Bereiche, die MiCA bislang nicht abdeckt.

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