Methanverordnung, Importstopps

Methanverordnung: Importstopps ab 2027 ohne Aufschub geplant

26.06.2026 - 17:43:06 | boerse-global.de

Bundeswirtschaftsministerin Reiche warnt vor Versorgungsrisiken durch EU-Methanregeln. Elf Staaten unterstützen eine Fristverlängerung.

EU-Methanverordnung: Reiche fordert Verschiebung der Importstopps
Methanverordnung - Eine Gasfackel brennt hell in einer weiten, dunklen Industrielandschaft bei Sonnenuntergang, mit Rauchfahnen vor einem dramatischen Himmel. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Begründung: Versorgungssicherheit bei Gas- und Ölimporten.

Ab 2027 drohen Importstopps, wenn Förderländer die strengen Auflagen zur Methanreduktion nicht erfüllen. Betroffen wären neben Erdgas auch Mineralölprodukte wie Kerosin. Reiche warnte vor dem Treffen der EU-Energieminister in Luxemburg eindringlich vor den Folgen.

Unterstützung kommt von elf EU-Staaten, darunter Italien, die Niederlande und Tschechien. Sie plädieren für eine Verschiebung der Fristen um drei Jahre.

Umweltministerium kontert

Bundesumweltminister Carsten Schneider lehnt einen Aufschub strikt ab. Er warnt davor, „Bequemlichkeit mit Unmöglichkeit zu verwechseln“. Die EU müsse globale Umweltstandards setzen, kein Freifahrtschein für klimaschädliche Praktiken ausstellen.

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Methan ist 28-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Die EU-Verordnung gilt seit Sommer 2024 und soll Emissionen im Energiesektor drastisch senken. International ist sie Teil des Global Methane Pledge: 111 Länder wollen die Methanemissionen bis 2030 um 30 Prozent reduzieren.

Kompromiss in Sicht?

EU-Energiekommissar Dan Jörgensen spricht sich für die Beibehaltung der Verordnung aus. Doch die EU-Kommission signalisiert einen möglichen Kompromiss: Die Verschärfungen sollen wie geplant im Januar 2027 in Kraft treten – aber vorerst ohne Sanktionen bei Nichterfüllung.

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In der CDU wird das Thema im größeren Kontext diskutiert. Der Wirtschaftsflügel fordert neben der Verschiebung auch eine Senkung des CO2-Preises und eine Anpassung des Klimaneutralitäts-Zieldatums. Klimaökonomen und EU-Parlamentarier warnen dagegen vor einer Aufweichung der Klimaziele.

Parallel fordern führende Unionspolitiker in einem Schreiben an die EU-Kommission eine Kurskorrektur bei der CO2-Flottenregulierung. Ihr Ziel: technologische Offenheit im Automobilsektor wahren.

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