Methan-Ausnahme, Gaskonzerne

Methan-Ausnahme: EU verschont Öl- und Gaskonzerne bis Jahresende

29.05.2026 - 04:17:44 | boerse-global.de

Die EU verschont Energieunternehmen vorerst von Methan-Strafen, um die Landwirtschaft zu entlasten. Gleichzeitig drohen Autobauern Milliardenbußgelder.

Methan-Ausnahme: EU verschont Öl- und Gaskonzerne bis Jahresende - Foto: über boerse-global.de
Methan-Ausnahme: EU verschont Öl- und Gaskonzerne bis Jahresende - Foto: über boerse-global.de

Die befristete Ausnahmeregelung soll bis zum 31. Dezember 2026 gelten.

Hintergrund der überraschenden Kehrtwende ist der enorme wirtschaftliche Druck durch hohe Düngemittelpreise. Indem die EU den Energieunternehmen eine dreijährige Schonfrist bei Verstößen gegen die Methan-Verordnung gewährt, will sie weitere Kostensteigerungen verhindern. Diese hätten sonst direkt auf die Landwirtschaft und die gesamten Lieferketten durchgeschlagen.

Strengere Regeln für die Autoindustrie

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Während die Energiebranche aufatmen kann, verschärfen sich die Umweltauflagen für andere Sektoren. Hersteller von leichten Nutzfahrzeugen kämpfen seit Anfang 2025 mit strengeren CO?-Flottengrenzwerten. Die Lage ist brisant: Im Zeitraum von 2025 bis zum ersten Quartal 2026 lag der Branchendurchschnitt bei 169 Gramm CO? pro Kilometer – deutlich über dem erlaubten Grenzwert von 154 Gramm.

Mehrere große Autokonzerne steuern deshalb auf empfindliche Strafzahlungen zu. Stellantis drohen Bußgelder von knapp 960 Millionen Euro. Auch Ford, Volkswagen und Mercedes-Benz müssen mit Zahlungen zwischen 91 und 196 Millionen Euro rechnen.

Deutschland sichert sich kanadisches LNG

Die geplante Nachsicht bei den Methan-Auflagen fällt in eine Phase, in der Europa seine Energieversorgung grundlegend neu ausrichtet. Ende Mai gelang der deutschen SEFE ein Durchbruch: Das Unternehmen sicherte sich mit dem Ksi-Lisims-Projekt in British Columbia den ersten langfristigen Flüssiggas-Vertrag zwischen Kanada und einem europäischen Abnehmer.

Die Vereinbarung sieht die Lieferung von einer Million Tonnen LNG pro Jahr über einen Zeitraum von 20 Jahren vor. Das Projekt ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern: Die geschätzten Investitionskosten liegen bei umgerechnet rund 8,3 Milliarden Euro, die endgültige Investitionsentscheidung wird für Mitte 2026 erwartet.

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Sprit-Rabatt läuft aus, Dürre bedroht Ernten

Auch in der deutschen Innenpolitik zeichnen sich Entscheidungen ab. Die Bundesregierung will den befristeten Steuerrabatt auf Kraftstoffe offenbar nicht verlängern. Die Maßnahme, die den Spritpreis um rund 17 Cent pro Liter inklusive Mehrwertsteuer senkte, läuft planmäßig am 30. Juni 2026 aus. Seit ihrer Einführung im Frühjahr hat sie den Staat rund 1,6 Milliarden Euro gekostet.

Parallel kämpfen mehrere EU-Staaten mit den realen Folgen des Klimawandels. Daten der GeoSphere Austria zeigen: Das Land erlebt den schwersten Frühjahrsdürre seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1858. In einigen Regionen erreichten die Niederschlagsdefizite im April bis zu 75 Prozent. Die Schäden an Nutzpflanzen wie Raps, Zuckerrüben und Getreide sind bereits irreversibel. Die Prognosen sind alarmierend: Bis zur Jahrhundertmitte soll der Wasserbedarf um 15 Prozent steigen, während die verfügbaren Wasserressourcen um fast ein Viertel schrumpfen könnten.

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