Metall-Industrie: 320.000 Jobs verloren seit Corona – Verband fordert Reformen
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 18:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Präsident Udo Dinglreiter fordert die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.
„Deutschland hat objektiv ein Problem mit der hohen Anzahl an Krankheitsmeldungen“, sagte Dinglreiter Mitte Juli. Die telefonische Krankschreibung müsse weg, um die Fehlzeiten in den Betrieben zu senken.
Lob und Kritik am Koalitionspaket
Das geplante Reformpaket der schwarz-roten Koalition bewertet Dinglreiter zwiespältig. Er lobt den Bürokratieabbau, die Änderungen beim Kündigungsschutz für Höchstverdienende und die geplante Ausweitung der Befristungsmöglichkeiten.
Doch der Verbandschef sieht auch große Lücken. Besonders die fehlende Flexibilisierung der Arbeitszeit kritisiert er scharf. „Wir brauchen Vertrauensarbeitszeit ohne verpflichtende Aufzeichnung“, fordert Dinglreiter. Nur so lasse sich die moderne Arbeitswelt gestalten.
320.000 Jobs seit Corona verloren
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Die Forderungen kommen nicht von ungefähr. Die Metall- und Elektroindustrie steckt in der Krise. Wie Dinglreiter am 10. Juli darlegte, hat die Branche seit Pandemiebeginn rund 320.000 Stellen gestrichen. Allein im April dieses Jahres kamen weitere 15.000 hinzu.
Die Kapazitätsauslastung liegt bei mageren 79 Prozent. Ohne bessere Rahmenbedingungen, warnt der Präsident, seien hunderttausende weitere Arbeitsplätze in Gefahr. Die Investitionen im Rüstungssektor könnten die Verluste in anderen Bereichen nicht auffangen. Besonders alarmierend: Immer mehr wissensbasierte Stellen wandern ins Ausland ab.
„Standortkosten runter“
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Um den Industriestandort zu retten, fordert Gesamtmetall ein Bündel an Maßnahmen. Die Kosten für Energie, Arbeit und Bürokratie müssten spürbar sinken. Auch bei der Steuerlast sieht der Verband dringenden Nachbesserungsbedarf.
„Nur so können wir die internationale Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen“, so Dinglreiter. Sonst drohe der schleichende Niedergang einer ganzen Industriebranche.
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