Metabase-Exploit: Kritische Schwachstelle (CVSS 10.0) gefährdet Unternehmen
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten warnen vor einer massiven Angriffswelle auf Instanzen der Datenanalyse-Plattform Metabase. Eine kürzlich entdeckte, kritische Schwachstelle wird derzeit aktiv als Zero-Day-Exploit ausgenutzt. Die Lücke weist mit einem CVSS-Wert von 10.0 die höchste Risikostufe auf und ermöglicht es unauthentifizierten Angreifern, vollständigen Administrator-Zugriff auf betroffene Systeme zu erlangen. Mehrere Unternehmen haben bereits Datenabflüsse gemeldet, die unmittelbar mit dieser Sicherheitslücke in Verbindung stehen.
Technische Hintergründe der Zero-Day-Schwachstelle
Die Problematik basiert auf einer kritischen SQL-Injection-Schwachstelle, die über den Endpunkt /api/session/reset_password ausgenutzt werden kann. Angreifer sind dadurch in der Lage, beliebige SQL-Befehle einzuschleusen, ohne sich zuvor am System anmelden zu müssen. Dies führt nicht nur zur Übernahme von Administrator-Konten, sondern ermöglicht auch den Diebstahl von Datenbank-Zugangsdaten.
Berichten zufolge sind insbesondere Self-hosted-Instanzen von Metabase ab der Version 1.58 von dieser Sicherheitslücke betroffen. Zur Identifizierung möglicher Kompromittierungen wurden spezifische Indicators of Compromise (IoCs) veröffentlicht. Ein verdächtiges Merkmal sind POST-Anfragen an den Passwort-Reset-Endpunkt, die mit einem HTTP-Status 400 beantwortet wurden, gefolgt von GET-Anfragen auf das aktuelle Nutzerprofil mit einem HTTP-Status 200.
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Unternehmen melden erste Datenabflüsse
Das Unternehmen Framework Computer hat bereits offiziell bestätigt, Opfer eines Datenlecks infolge der Metabase-Schwachstelle geworden zu sein. Nach Angaben des Unternehmens wurden Informationen wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Postanschriften sowie IP-Adressen der Kunden exponiert. Framework Computer betonte jedoch, dass Finanzdaten der Kunden nach derzeitigem Kenntnisstand sicher seien. Als Reaktion auf den Vorfall habe das Unternehmen sämtliche relevanten Zugangsdaten rotiert und die betroffenen Kunden innerhalb von sechs Stunden nach Entdeckung informiert.
Auch andere Organisationen verzeichnen Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit dem Exploit. Beim Anbieter Tally kam es zum Abfluss von E-Mail-Adressen und Passwort-Hashes. Das Unternehmen Kilo Code berichtet ebenfalls von einem Datenleck, bei dem Namen, E-Mail-Adressen und Slack-Tokens entwendet wurden. Darüber hinaus wird LexisNexis als eines der Unternehmen genannt, die von der Sicherheitslücke betroffen sind.
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Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Patch-Management
Die Entwickler von Metabase haben bereits reagiert und Sicherheitsupdates veröffentlicht, um die Schwachstelle zu schließen. Administratoren von Self-hosted-Systemen werden dringend dazu aufgerufen, ihre Instanzen auf eine der abgesicherten Versionen zu aktualisieren. Zu den bereitgestellten Patches gehören die Versionen 0.58.24, 0.59.21, 0.60.17, 0.61.11, 0.62.9 und 0.63.5.
Für Systeme, bei denen ein sofortiges Update nicht möglich ist, wird ein provisorischer Workaround empfohlen. Durch das gezielte Blockieren des Endpunkts /api/session/reset_password kann der primäre Angriffsvektor vorübergehend deaktiviert werden. Angesichts der aktiven Ausnutzung der Schwachstelle raten Experten jedoch zur schnellstmöglichen Installation der offiziellen Patches und einer umfassenden Prüfung der Systemprotokolle auf unbefugte Zugriffe.
