Meta-Klage, Geldstrafe

Meta-Klage abgewiesen: Geldstrafe bis 430 Millionen Euro droht

28.05.2026 - 11:20:36 | boerse-global.de

Irland bestätigt DSGVO-Untersuchung gegen Meta. Bis zu 430 Millionen Euro Strafe drohen. Auch in den USA wächst der juristische Druck.

Meta-Klage abgewiesen: Geldstrafe bis 430 Millionen Euro droht - Foto: über boerse-global.de
Meta-Klage abgewiesen: Geldstrafe bis 430 Millionen Euro droht - Foto: über boerse-global.de

Das irische High Court in Dublin hat die Klage des Facebook-Konzerns gegen die nationale Datenschutzbehörde abgewiesen. Nun droht eine Geldstrafe von bis zu 430 Millionen Euro.

Gericht bestätigt weitreichende Befugnisse der Datenschutzbehörde

Richterin Siobhán Phelan entschied am heutigen Donnerstag, dass die Datenschutzkommission (DPC) ihre Untersuchung fortsetzen darf. Meta hatte versucht, das Verfahren zu stoppen. Der Streit geht auf eine Beschwerde aus dem Jahr 2018 zurück. Ein Facebook-Nutzer hatte damals Probleme beim Zugriff auf seine Daten innerhalb des internen Systems "Hive" gemeldet.

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Im Oktober 2025 verhängte die DPC einen Strafentwurf über 360 bis 430 Millionen Euro. Zusätzlich ordnete die Behörde unternehmensweite Korrekturmaßnahmen an. Meta argumentierte, die Regulierungsbehörde überschreite ihre Befugnisse – schließlich basiere das Verfahren auf einer einzigen Nutzerbeschwerde.

Das Gericht sah das anders: Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erlaube umfassende Maßnahmen, selbst wenn der Auslöser ein einzelner Fall sei. Meta kann die endgültige Strafe allerdings noch auf dem regulären Rechtsweg anfechten.

US-Justiz macht Meta zusätzlich das Leben schwer

Die irische Niederlage ist nicht der einzige juristische Rückschlag für Meta. Bereits am Dienstag dieser Woche lehnte der Oberste Gerichtshof der USA eine Klage des Konzerns gegen den Bundesstaat Vermont ab. Vermont wirft Meta vor, Instagram bewusst süchtig machend für Jugendliche gestaltet zu haben.

Der Oberste Gerichtshof bestätigte damit die Zuständigkeit des Bundesstaates. Meta muss sich nun vor Ort verantworten. Das Verfahren ist Teil einer koordinierten Klagewelle von 42 US-Bundesstaaten. Allein in New Mexico zahlte Meta im März 2026 eine Strafe von 375 Millionen Dollar. Im April folgte eine Gerichtsentscheidung in Massachusetts.

KI-Werbung und Klagen aus Kalifornien

Die juristische Offensive gegen Meta weitet sich aus. Am Dienstag reichte der Santa Clara County in Kalifornien Klage ein. Die Bezirksverwaltung wirft dem Konzern vor, mit KI-gesteuerten Werbesystemen betrügerische Anzeigen zu verstärken. Besonders ältere Nutzer würden geschädigt. Der entstandene Schaden belaufe sich auf Milliarden Dollar.

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Gleichzeitig wächst der Druck von Aktionären. Laut einem Bericht von Proxy Impact fordern Investoren, die Vorstandsvergütung an den Schutz von Kindern auf den Meta-Plattformen zu koppeln. Die Begründung: Die anhaltenden Prozesskosten durch Klagen zu Social-Media-Sucht und Jugendschutz belasten das Unternehmen massiv.

Abo-Modelle und interne KI-Überwachung

Meta reagiert auf die Krise mit einer strategischen Neuausrichtung. Heute kündigte der Konzern kostenpflichtige Abo-Modelle an: "Instagram Plus", "Facebook Plus" und "WhatsApp Plus". Die Preise liegen bei umgerechnet rund 3,70 Euro für die sozialen Netzwerke und 2,80 Euro für den Messenger. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen zu reduzieren.

Intern setzt Meta massiv auf Künstliche Intelligenz. Seit April 2026 läuft das Programm "Meta Content Ingestion" (MCI). Es zeichnet die Aktivitäten der Mitarbeiter auf Firmenlaptops auf – Tastatureingaben, Mausbewegungen und Screenshots. Die Daten dienen dem Training von KI-Agenten. Beschäftigte in der Europäischen Union sind wegen der DSGVO von der Überwachung ausgenommen. Dennoch haben mehr als 1.000 Mitarbeiter eine interne Petition gegen das Monitoring unterzeichnet.

Die KI-Offensive verschlingt gewaltige Summen: Meta rechnet für 2026 mit Investitionen zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar. Um diese Ausgaben zu stemmen, entließ der Konzern Anfang Mai 8.000 Mitarbeiter. Auch die Gehälter sinken: Das Mediangehalt fiel von 417.400 Dollar im Jahr 2024 auf 388.200 Dollar im Jahr 2025.

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