Meta-Brille: Versteckte Gesichtserkennung NameTag einsatzbereit
08.06.2026 - 12:03:33 | boerse-global.de
Die Funktion namens „NameTag“ ist bisher nicht aktiviert – aber vollständig einsatzbereit.
Drei KI-Modelle für die Identifizierung
Die Analyse der App-Version 273.0.0.21 der Steuerungssoftware „Stella“ förderte drei spezifische KI-Modelle zutage. Insgesamt belegen sie rund 100 Megabyte Speicher.
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Das Modul „SCRFD“ übernimmt die eigentliche Gesichtserkennung. „KPSAligner“ sorgt für den optimalen Bildzuschnitt. „SFace“ wandelt die Merkmale in einen 2.048-stelligen biometrischen Vektor um – einen sogenannten Faceprint.
Die Verarbeitung läuft lokal auf dem Smartphone des Nutzers. Der Abgleich erfolgt per Cosinus-Ähnlichkeit. In der App fanden sich zudem eine SQLite-Datenbank namens „person_profiles“ sowie ein Ordner für unzugeordnete Gesichter: „NameTagsPending“.
Ein Praxistest mit einem Porträtfoto löste auf einem Android-Gerät bereits Systembenachrichtigungen aus. Der Code ist funktionsfähig.
Meta spricht von internen Experimenten
Konzernsprecher Ryan Daniels erklärte, es gebe keine Entscheidung über eine Veröffentlichung. Man führe interne Erkundungen durch, eine zentrale Gesichtsdatenbank existiere nicht. Bereits im April hatte Meta öffentlich erklärt, man denke über solche Funktionen noch nach.
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Die Enthüllung trifft auf ein verschärftes regulatorisches Umfeld. Seit Februar 2025 limitiert der EU AI Act das ungezielte Sammeln biometrischer Daten streng. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) bezeichnete das System als potenzielle dezentrale Überwachungsmaschine mit Risiken für Stalking und Missbrauch.
Meta hat in der Vergangenheit bereits hohe Strafen für Biometrie-Verstöße gezahlt: 2021 flossen 650 Millionen US-Dollar in einem Vergleich in Illinois, über eine Milliarde Faceprints wurden gelöscht. Ein Verfahren in Texas endete mit 1,4 Milliarden US-Dollar.
Smart Glasses boomen trotz Datenschutzbedenken
Meta hält im Segment der Smart Glasses einen Marktanteil von über 80 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 7 Millionen Brillen abgesetzt. Für 2026 peilt der Konzern 10 Millionen verkaufte Geräte und 6,8 Millionen monatliche Nutzer an.
Ein internes Memo vom 7. Juni zeigt die Hardware-Roadmap: Noch im Juni kommt das Modell „Modelo“. Im Herbst folgen die Varianten „Luna“ und „RBM2 Refresh“, zum Jahresende eine „VIP“-Version. In Entwicklung sind die erste echte AR-Brille „Artemis“ sowie ein KI-Anhänger mit Kamera für 2027.
Ein Prototyp mit dem Kürzel „SSG“ soll speziell auf dauerhafte Erfassung ausgelegt sein – hier ist eine eingeschränkte Gesichtserkennung vorgesehen.
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