Merck verkauft US-Geschäft mit 1.100 Jobs an Lonza
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSStandorte wechseln 2027 den Eigentümer
- Lonza übernimmt fünf US-Standorte des Merck-CDMO-Geschäfts in Kalifornien, Wisconsin, Indiana und Missouri.
- Rund 1.100 Beschäftigte arbeiten an den betroffenen Standorten der Auftragsentwicklung und -herstellung.
- Der Abschluss der Transaktion ist für Mitte 2027 vorgesehen und soll Mercks strategische Neuausrichtung unterstützen.
Merck verkauft US-CDMO-Geschäft an Lonza
Der Darmstädter Merck-Konzern verkauft sein US-Geschäft mit der Auftragsentwicklung und -herstellung von Wirkstoffen an das Schweizer Unternehmen Lonza. Der Deal im mittleren dreistelligen Millionen-Eurobereich umfasst fünf Standorte mit rund 1.100 Beschäftigten und soll Mitte 2027 abgeschlossen werden.
Fünf Standorte in den USA betroffen
Die Transaktion betrifft Anlagen in Carlsbad im Bundesstaat Kalifornien, Madison und Verona in Wisconsin, Indianapolis in Indiana sowie St. Louis in Missouri. Das Geschäft unterstützt Pharma- und Biotechnologieunternehmen bei der Entwicklung und Produktion von Therapien.
Merck will seine Kunden auch nach dem Abschluss mit Verbrauchsmaterialien, Technologien und Dienstleistungen für Pharma- und Biotechnologieanwendungen unterstützen. Der Konzern erklärte, das Geschäft stärker auf innovationsgetriebene Bereiche ausrichten zu wollen.
Portfolio von Merck wird neu geordnet
Konzernchef Kai Beckmann bezeichnete die Vereinbarung als weiteren Schritt der mittel- bis langfristigen strategischen Agenda. Merck hatte im Juni die Übernahme des US-Unternehmens Bio-Techne für knapp zehn Milliarden Euro vereinbart und zuletzt den Kauf der britischen Biotechfirma Silence Therapeutics für rund eine Milliarde Euro angekündigt.
Lonza mit Hauptsitz in Basel beschäftigt rund 17.000 Menschen. Unternehmenschef Wolfgang Wienand erklärte, die Integration des CDMO-Geschäfts werde Lonza zusätzliche Produktionskapazitäten und ein breiteres Leistungsspektrum in den USA verschaffen.
Abschluss für Mitte 2027 geplant
Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt des geplanten Vollzugs Mitte 2027. Bis dahin bleiben Merck und Lonza für die betroffenen Standorte und die Übergabe des Geschäfts verantwortlich.
Der Verkauf markiert eine weitere Portfolioentscheidung von Merck im Geschäft mit pharmazeutischer Auftragsentwicklung und -produktion. CDMO-Anbieter übernehmen für Pharma- und Biotechnologieunternehmen Entwicklungs- und Produktionsschritte, ohne selbst zwingend die vermarkteten Arzneimittel zu besitzen. Für solche Geschäfte zählen ausgelastete Anlagen, langfristige Kundenverträge und ausreichende Größenordnung zu den zentralen Wettbewerbsfaktoren.
Merck ordnet sein Portfolio damit stärker entlang der drei Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics. Während das Unternehmen das CDMO-Geschäft in den USA abgibt, baut es die Laborsparte mit der vereinbarten Bio-Techne-Übernahme aus und stärkt zugleich mit dem Kauf von Silence Therapeutics den Bereich seltener Krankheiten. Der Deal mit Lonza steht somit neben weiteren Transaktionen, die auf eine gezieltere Kapitalverwendung und eine stärkere Konzentration auf wachstumsorientierte Aktivitäten hindeuten.
Mehr Kapazität für Lonza
Für Lonza erweitert die Transaktion die Präsenz auf dem US-Markt und ergänzt das bestehende Angebot an Entwicklungs- und Produktionsleistungen. Die fünf Standorte verteilen sich auf mehrere wichtige US-Regionen und bringen rund 1.100 Beschäftigte in den Schweizer Konzern. Für die betroffenen Mitarbeiter bleibt der Eigentümerwechsel bis zum geplanten Abschluss Mitte 2027 der maßgebliche nächste Termin.
Für Merck-Kunden soll sich das Angebot an Verbrauchsmaterialien, Technologien und Dienstleistungen nach dem Verkauf fortsetzen. Entscheidend wird daher sein, wie die Übergabe der Standorte, Kundenbeziehungen und laufenden Projekte organisiert wird. Der angekündigte mittlere dreistellige Millionenbetrag stärkt zugleich den finanziellen Spielraum für die laufende Neuausrichtung.
