Mercedes-Plan, Mitarbeiter

Mercedes-Plan: 108.000 Mitarbeiter sollen 40 Stunden ohne Lohnausgleich arbeiten

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 11:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz strebt längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich an, während die IG Metall Widerstand ankündigt.

Mercedes plant 40-Stunden-Woche: Gewerkschaften wehren sich
Nahaufnahme einer sich schnell bewegenden Uhr, die die Beschleunigung der Arbeitszeiten symbolisiert, mit einem unscharfen Fabrik- oder Bürohintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während Mercedes-Benz konkret plant, stemmen sich Gewerkschaften gegen die Pläne.

Gesetzesinitiative für mehr Flexibilität

Die Politik will noch im Sommer 2026 die Arbeitszeitregeln neu fassen. Ein Gesetzentwurf sieht vor, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Grenze von bis zu 48 Stunden zu ersetzen. Bisher sind acht Stunden am Tag regulär, Ausnahmen bis zehn Stunden bei Ausgleich innerhalb von sechs Monaten.

Wissenschaftler warnen vor den Folgen. Die Arbeitswissenschaftlerin Hannah Schade sieht die Attraktivität der Jobs in Gefahr. Eine reine Ausweitung der Stunden helfe niemandem.

Mercedes: 40 Stunden, weniger Geld

Der Autobauer will für rund 108.000 Beschäftigte die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöhen – ohne Lohnausgleich. Zusätzlich plant der Konzern, Homeoffice zu streichen und zur Fünftage-Präsenz zurückzukehren.

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Der Sparkurs trifft auch die Boni: Eine Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts für 90.000 Mitarbeiter wird um ein Jahr verschoben. Der Druck kommt von unten: Das Konzernergebnis fiel im ersten Quartal um 17,2 Prozent. Bereits 2025 war der Gewinn von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen. Am 28. Juli legt Mercedes die Zahlen für das zweite Quartal vor. Schon am 3. Juli gingen tausende Beschäftigte auf die Straße.

Volkswagen: Zittern um Werke und Jobs

Auch bei VW steht die 35-Stunden-Woche unter Beschuss. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Ausgleich – und sogar die zeitweise Aussetzung der Tarifautonomie. Sein Ziel: die Produktionskosten senken.

Die Lage ist ernst. Im zweiten Quartal sank der Absatz um neun Prozent. Bis zu 120.000 Stellen und vier Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm stehen zur Disposition. Eine Erholung? Frühestens in fünf bis sieben Jahren.

Gewerkschaften kündigen Widerstand an

Die IG Metall stellt sich quer. Vorsitzende Benner spricht von Managementfehlern und kündigt entschiedenen Widerstand an. Auch die Grünen-Politikerin Ricarda Lang sieht in den Plänen verdeckte Lohnkürzungen.

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Während Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller und Jungheinrich-Chef Lars Brzoska auf längere Arbeitszeiten drängen, zeigt die Zulieferindustrie einen anderen Weg. Das Unternehmen Aumovio einigte sich zum 1. Juli auf eine 38-Stunden-Woche – ohne Lohnkürzung. Mittelständler verweisen derweil auf internationale Vergleiche, etwa Arbeitszeiten von bis zu 45 Stunden in Indien.

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