Mercedes-Benz: Vier Tage Büro pro Woche geplant – Betriebsrat muss noch zustimmen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz hat die bestehende Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten gekündigt. Ziel des Managements ist es, für die Beschäftigten in Deutschland eine verpflichtende Büropräsenz von vier Tagen pro Woche als neuen Standard einzuführen, wie Medien am 29. September 2026 berichteten. Bislang galt im Unternehmen keine feste Obergrenze für Tage im Homeoffice.
Neue Richtlinie sieht vier Präsenztage als Regel vor
Nach den Plänen des Managements soll eine neue Konzernbetriebsvereinbarung Führungskräften das Recht einräumen, Vollzeitbeschäftigte in Deutschland künftig auch ohne Angabe von Gründen zu bis zu vier Tagen Anwesenheit im Büro pro Woche zu verpflichten.
Vier Tage vor Ort sollen demnach als Standard gelten, während mobiles Arbeiten weiterhin grundsätzlich möglich bleibt. Individuelle Ausnahmen von dieser Präsenzpflicht sollen Beschäftigte direkt mit ihren jeweiligen Führungskräften abstimmen.
Im Sommer hatte Vorstandschef Ola Källenius laut Berichten der WirtschaftsWoche zunächst noch eine vollständige Rückkehr mit fünf Präsenztagen in der Woche gefordert. Der nun vorgelegte Entwurf mildert diesen Ansatz ab, bedeutet jedoch gegenüber der bisherigen Praxis eine erhebliche Einschränkung der Flexibilität.
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Zustimmung des Betriebsrats ist noch offen
Der vorgelegte Entwurf für die neue Regelung ist allerdings noch nicht beschlossen. Die Zustimmung der zuständigen Betriebsratsgremien steht derzeit noch aus. Sollten die Arbeitnehmervertreter dem Entwurf zustimmen, ist ein Inkrafttreten der neuen Betriebsvereinbarung zum 1. Januar 2027 vorgesehen.
Kommt es hingegen zu keiner Einigung zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat, stünden die deutschen Standorte Ende März ohne eine entsprechende kollektive Vereinbarung zum mobilen Arbeiten da.
Verschärfte Kostendiskussion und Drohung mit Werksschließungen
Die Auseinandersetzung um die Arbeitszeiten und die Präsenzregeln fällt in eine Phase intensiver Spardiskussionen bei Mercedes-Benz. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die Arbeitskosten in Deutschland spürbar zu senken. In diesem Zusammenhang drohte Produktionsvorstand Michael Schiebe bereits damit, dass bei ausbleibenden Kostensenkungen zwei Werke in Deutschland geschlossen werden könnten.
Wie aus Berichten hervorgeht, diskutierten bei einer Betriebsversammlung in der Stuttgarter Schleyerhalle rund 5.000 Beschäftigte des Werks Untertürkheim mehr als vier Stunden lang über den Sparkurs an den deutschen Standorten. Der Vorstand bekräftigte Teilnehmerkreisen zufolge vor Ort erneut die Position des Managements, wonach zwei Werke schließen müssten, wenn die Kosten nicht sinken.
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Im Rahmen der Debatte über Einsparpotenziale standen verschiedene Maßnahmen im Raum: Diskutiert wurde unter anderem eine mögliche Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich.
Diese Maßnahme stieß bei Teilen der Belegschaft auf deutliche Ablehnung, während andere Beschäftigte Verständnis zeigten, sofern sich dadurch die Arbeitsplätze langfristig sichern ließen. Zudem wurden ein möglicher Verzicht auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld als Einsparoptionen genannt.
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