Mercedes-Benz, Sparprogramm

Mercedes-Benz: Sparprogramm trifft 17.000 bis 30.000 protestierende Mitarbeiter

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz kämpft mit schwachen Pkw-Verkäufen in China und leitet ein Sparprogramm ein. Die Belegschaft protestiert gegen die Pläne des Managements.

Mercedes-Benz: Sparprogramm nach China-Absatzeinbruch und Belegschaftsprotesten
Ein Mercedes-Benz Pkw in einer modernen, minimalistischen Fabrikhalle bei atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Autobauer reagiert auf den Absatz-Einbruch in China mit einem umfassenden Sparprogramm. Die Belegschaft protestiert gegen die Pläne.

Mercedes-Benz hat am Mittwoch seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das Gesamtergebnis fällt durchwachsen aus: Während Vans und Finanzdienstleistungen stark performen, steckt die Kernsparte Pkw tief in der Krise.

Der Konzernumsatz sank um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) konnte dank der starken Nebensparten um 21,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro steigen. Der Gewinn legte um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro zu.

Ergebniseinbruch bei der Pkw-Sparte

Der Absatz von Personenkraftwagen fiel im zweiten Quartal um 7,9 Prozent auf rund 417.800 Einheiten. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in China: Hier brachen die Verkäufe um 30 Prozent ein. In Europa gab es ein leichtes Plus von 4 Prozent, in den USA stiegen die Auslieferungen um 10 Prozent.

Das operative Ergebnis der Pkw-Sparte stürzte inklusive Sondereffekten um 94 Prozent auf 49 Millionen Euro ab. Grund ist eine Wertminderung auf Beteiligungen in China in Höhe von 704 Millionen Euro. Bereinigt um diese Effekte lag das EBIT bei 909 Millionen Euro – ein Rückgang von 26 Prozent. Die bereinigte Umsatzrendite beträgt nur noch 4,0 Prozent.

„Produktivitätsoffensive“ trifft die Belegschaft

Konzernchef Ola Källenius reagiert mit einem harten Sparkurs. Unter dem Schlagwort „Produktivitätsoffensive“ diskutiert das Management Mehrarbeit bei gleichem Entgelt und Einschränkungen bei Homeoffice-Regelungen. Die Produktionskosten an deutschen Standorten liegen laut Unternehmensangaben bis zu 70 Prozent über denen des Werks im ungarischen Kecskemét.

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Bereits bis März 2026 lief ein Abfindungsprogramm, das 5.000 bis 6.000 Stellen abbauen sollte. Dafür bildete Mercedes Rückstellungen von 1,1 Milliarden Euro. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber bis 2034 ausgeschlossen.

Die Belegschaft reagiert mit Protesten: Zwischen 17.000 und 30.000 Mitarbeiter beteiligten sich an Aktionen gegen die Management-Strategie. Der Betriebsrat warnt vor einer einseitigen Belastung der Arbeitnehmer.

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Lichtblick Elektro – und Milliarden für Ungarn

Trotz der Krise hält Mercedes an seiner Modelloffensive fest. Von 2025 bis 2027 sind mehr als 40 neue Modelle geplant. Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge (BEV) stieg konzernweit um 51 Prozent auf rund 52.900 Einheiten. In Europa betrug das Wachstum sogar 87 Prozent.

Parallel investiert der Konzern rund eine Milliarde Euro in die Erweiterung des Werks in Ungarn. Finanzchef Harald Wilhelm passte den Ausblick für 2026 an: Der Umsatz wird nun leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet – ein Rückgang zwischen 2 und 7,5 Prozent. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge soll auf 23 bis 25 Prozent steigen. Die Fixkosten konnten seit 2019 bereits um 25 Prozent gesenkt werden.

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