Mercedes-Benz, Abfindungsprogramm

Mercedes-Benz reaktiviert Abfindungsprogramm in Deutschland

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das freiwillige Angebot soll voraussichtlich im Dezember starten und zunächst die indirekten Bereiche betreffen.

Mercedes-Benz legt Abfindungsprogramm neu auf. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Mercedes-Benz legt Abfindungsprogramm neu auf. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Mercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf; das Programm soll voraussichtlich im Dezember starten.

Freiwillige Angebote für Beschäftigte

Der Autobauer teilte in Stuttgart mit, dass individuelle Angebote an Tarifbeschäftigte und teilweise auch an Führungskräfte gemacht werden sollen. Zunächst betrifft die Maßnahme die indirekten Bereiche.

Mercedes-Benz begründet die Neuauflage mit dem laufenden Sparprogramm und dem Ziel, das Unternehmen profitabler und zukunftsfähig aufzustellen. Die erforderlichen strukturellen Anpassungen sollen nach Unternehmensangaben weiterhin verantwortungsvoll und sozialverträglich erfolgen.

Doppelte Freiwilligkeit gilt

Bei dem Programm müssen sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen einem Ausscheiden zustimmen. Eine einseitige Entscheidung über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist damit nicht vorgesehen.

Konzern senkt Kosten

Mercedes-Benz hatte zuvor bereits wichtige Schritte seines Sparprogramms eingeleitet. Mit dem Abfindungsprogramm soll dieses Vorgehen in Deutschland fortgesetzt werden.

Kostenkurs trifft auf Strukturwandel

Mercedes-Benz verbindet das erneute Abfindungsprogramm mit dem Ziel, die Profitabilität zu steigern und notwendige strukturelle Anpassungen sozialverträglich umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen zunächst indirekte Bereiche, also Tätigkeiten außerhalb der unmittelbaren Produktion. Das Instrument richtet sich an Tarifbeschäftigte und teilweise an Führungskräfte.

Die Maßnahme steht in einem größeren Kostensenkungskurs des Konzerns. Ende September bekräftigte das Management bei einer Betriebsversammlung in Stuttgart, dass die Produktionskosten an deutschen Standorten sinken müssten. Nach Darstellung der dort berichteten Unternehmensposition könnten andernfalls zwei Werke in Deutschland gefährdet sein. Zugleich wird über längere Arbeitszeiten bei unverändertem Lohn und Einschränkungen bei Sonderzahlungen diskutiert.

Freiwilligkeit begrenzt den direkten Stellenabbau

Das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit bedeutet, dass weder Beschäftigte noch Unternehmen ein Ausscheiden allein durchsetzen können. Dadurch unterscheidet sich das Programm von betriebsbedingten Kündigungen und gibt dem Konzern zugleich die Möglichkeit, Personal schrittweise und planbarer abzubauen.

Für Beschäftigte kann die Entscheidung von Alter, individueller Absicherung und den Chancen auf dem Arbeitsmarkt abhängen. Für Mercedes ist entscheidend, ob genügend Mitarbeitende ein Angebot annehmen und ob dadurch dauerhaft Kosten sinken. Die angekündigte Neuauflage zeigt, dass der Konzern den Personalaufwand in Deutschland als wichtigen Stellhebel seiner Produktivitätsoffensive betrachtet.

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